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Heerdt
Hund zu Tode getreten - Mann steht vor Gericht

Heerdt. Der Mini-Spitz-Rüde "Filou" wurde nur fünf Jahre alt. In einer Tierklinik ist er frühmorgens gestorben. Erst danach kam heraus: Der Kleinhund, dessen Rasse als verspielt gilt, als intelligent, freundlich, umgänglich und aktiv, wurde wohl grausam misshandelt. Wegen Tierquälerei soll dafür der Freund der Hundebesitzerin (38) am 14. Februar vors Amtsgericht gestellt werden. Eigentlich sollte er den kleinen Hund in Heerdt Anfang Februar 2017 nur einen Tag betreuen. Doch laut Anklage droht ihm wegen Tierquälerei jetzt eine Haftstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Das Ergebnis einer pathologischen Untersuchung bei "Filou" taugt nicht für empfindliche Nerven. Dabei soll der kleine Hund morgens am 11. Februar noch ganz aufgeweckt gewesen sein und fröhlich. Gegen acht Uhr habe die 38-jährige Frau ihren Mini-Spitz der Obhut ihres Freundes anvertraut, so die Ermittlungen. Gegen 22 Uhr habe der Angeklagte (39) das apathische und bewegungslose Tier in die Wohnung der Frau gelegt. Stunden später war der Hund tot. Experten stellten einen Abriss der Rute fest, außerdem schwere innere Verletzungen im Hinterleib. Der pathologische Befund geht von umfangreichen und massiven Abtrennungen im Unterleibsgewebe aus. Das könne nur durch erhebliche, stumpfe Gewalteinwirkung gegen die Weichteile erfolgt sein, so die Ärzte. Nach Tierschutzgesetz gilt jede mutwillige und grundlose Tötung eines Wirbeltieres als Straftat. Schon der Versuch oder eine schwere Fahrlässigkeit im Umgang mit einem Hund kann als Ordnungswidrigkeit mit bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Denkbar wäre auch eine Strafe wegen Sachbeschädigung, da Tiere vom Gesetz weiter als Gegenstände eingestuft werden.

(wuk)
 
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