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Heerdt
Jungschützen laden zur großen Party

Heerdt: Jungschützen laden zur großen Party
Im Garten ihrer Betreuerin können die Jungschützen bei schönem Wetter proben. Kira Gläser (5. v.l.) ist Vorsitzende. In der Mitte mit Kette Jungschützenkönig Martin Schön, der bei der Show zeigt, dass er auch tanzen kann. FOTO: H-jürgen Bauer
Heerdt. Heute beginnt das Heerdter Schützenfest um 15 Uhr mit dem Seniorenkaffee im Festzelt auf dem Simon-Gatzweiler-Platz. Abends gibt der Nachwuchs des Schützenvereins im Zelt den Ton an. Von Heide-Ines Willner

Kira Gläser warnte: "Wenn es regnet können wir nicht im Garten proben, sondern müssen in die Garage ausweichen." Und es regnete! Niemand ließ sich aber davon abschrecken, schon gar nicht die zehn Mädchen und Jungs, die sich in einheitlichen T-Shirts anschickten, zwischen den Autos der Großgarage ihre Tanznummer auf den rauen Boden zu legen. Denn die Zeit drängt, in wenigen Tagen ist Premiere im Festzelt der Heerdter Schützen.

Doch alles klappt erstaunlich gut, jeder weiß, wo er stehen muss, alle haben ein Gefühl für Rhythmus und bewegen sich so, als ob sie professionelle Tanzschüler wären. Sind sie aber nicht, sondern einfach nur "Jungschützen" und der ganze Stolz des Heerdter Regiments. Jedes Jahr nehmen die jungen Leute die Herausforderung an und gestalten den "Jungschützenabend" in eigener Regie. Heute Abend ab 20.30 Uhr werden sie mit ihrer Tanzshow wieder einmal beweisen, dass sie es verstehen, ein ganzes Zelt bei Laune zu halten. Entsprechend haben sie dann auch das Motto gewählt, denn "We love (mit Herzchen) to entertain you". Die T-Shirts haben sie dann in Kostüme eingetauscht. Welche, das verraten sie noch nicht.

Mit großem Engagement widmen sich die jungen Leute dem Sommerbrauchtum - in ihrer Freizeit, meist nach Feierabend, denn etliche haben schon Berufe wie Krankenschwester, Schlosser, Forstwirt oder sind noch in der Ausbildung zur Rechtsanwaltsgehilfin, sind Schüler oder Studenten. Eine bunt zusammengewürfelte Schar, die sich gut versteht. "Wir sind eine starke Gemeinschaft", bestätigt Kira Gläser, die gemeinsam mit Jens Römer im Vorstand der Jungschützen ist und wie andere auch, aus bodenständigen Heerdter Familien stammt. Sie gehört mit Jens Küppers zu denen, die schon im März anfangen, das Motto für den Jungschützenabend zu suchen. "Wenn wir es gefunden haben, arbeiten wir gemeinsam an der Choreographie und suchen uns passende Kostüme dazu aus", sagt Kira, die gerade ihren Abschluss als Krankenschwester gemacht hat. "Mit den Proben lassen wir uns zunächst Zeit, kurz vor dem Schützenfest trainieren wir dann verstärkt, zuletzt jeden Abend. Und auch das ist unkompliziert, denn Jungschützenbetreuerin Michaela Nausch, die auch im Vorstand des großen Heerdter Vereins ist, öffnet dafür ihren Hofgarten an der Heerdter Landstraße. Und wenn es regnet, dann eben die Großgarage des Mehrfamilienhauses.

Ihr Partner Andreas Schlungs springt ein, wenn sie mal verhindert ist und regelt während der Proben die Ein- und Ausfahrt am Garagentor, damit niemand zu Schaden kommt. "Leider kann ich nicht mehr bei der Show mitmachen", bedauert er. "Ich bin 25 und zu alt, um noch Jungschütze sein zu können." Denn mit 24 Jahren ende die Jungschützenzeit. Auf jeden Fall bleibe er dem Heerdter Schützenverein treu.

"Der generationenverbindende Jungschützenabend zeigt, dass die Schützenfamilie auch heute noch einen aussagekräftigen Stellenwert hat", sagt Schützenchef Heinz-Dieter Werner und bezieht sich damit auf die jüngste Aussage eines Vertreters der Linken, der die Schützengemeinschaft als überholt und frauenfeindlich skizzierte.

"Seit acht Jahren sind Frauen bei uns Vollmitglieder. Die Dorfschwalben (8. Grenadiere) zum Beispiel waren so zusammengeschrumpft, dass nur noch drei Männer übrig waren. Erst durch die Aufnahme von einem Duzend Frauen konnte die Gesellschaft weiterbestehen."

Quelle: RP
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