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Heerdt/Meerbusch
Kritik an Plänen für Supermarkt

Heerdt/Meerbusch. Der geplante Bau eines neuen Nahversorgungsstandortes an der Willstätter Straße in Heerdt sorgt für Bedenken beim Nachbarn Meerbusch und in Heerdt. Es wird eine Schwächung des Einzelhandels im südlichen Teil Büderichs vermutet. Von Heide-Ines Willner, Anke Kronemeyer und Tim Specks

Auf dem brachliegenden Gelände an der Willstätter Straße soll ein Nahversorgungszentrum für das künftige Wohngebiet (Forum Oberkassel) mit etwa 1000 Einheiten entstehen. Geplant ist, ein Supermarkt mit 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche zu integrieren, ebenso einen Drogeriemarkt mit 600 Quadratmetern. Darüber hinaus gibt es Flächen, die sich zur Ansiedlung von kleinen Einzelhandelsbetrieben, Dienstleistern oder Gastronomie eignen. Beim OB-Dialog in der Rheinallee-Halle im vergangenen Jahr gaben einige Heerdter zu bedenken, dass dadurch Kaufkraft aus dem Stadtteil-Zentrum abgezogen werden könnte. Genau das macht auch den Meerbuscher Politikern Sorge. Sie haben Angst, dass diese Pläne für das frühere Schiessgelände an der Stadtgrenze zu Meerbusch auch den Einzelhandel in Büderich schwächen könnte.

"Wir befürchten, dass die Kaufkraft aus Meerbusch nach Düsseldorf abwandert", sagt Michael Assenmacher, Technischer Beigeordneter der Stadt Meerbusch. Mit seinen Bedenken ist er nicht allein. Der Ausschuss für Planung und Liegenschaften will seine Sorgen dem Düsseldorfer Stadtplanungsamt mitteilen. Unter anderem wird geargwöhnt, dass das Einzugsgebiet des geplanten Nahversorgungsstandorts den angenommenen Umkreis von rund 500 Metern überschreitet. Denn auch auf dem benachbarten Areal Böhler auf Meerbuscher Stadtgebiet entstehen 116 Wohnungen für rund 450 Menschen. Die Bewohner dieses Areals könnten auch zu Kunden des neuen Düsseldorfer Marktes werden.

Die Meerbuscher Politik sorgt sich besonders darum, dass durch den Neubau eines Supermarktes auf dem Gelände in Heerdt der Einzelhandel im südlichen Büderich, insbesondere am Deutschen Eck, geschwächt wird. "Dort ist jetzt schon kein großer Markt mehr angesiedelt. Durch den neuen Nahversorger in Heerdt würde es noch schwerer werden, einen Partner zu finden, der als Magnet auch Kunden für die umliegenden, kleineren Geschäfte anzieht", sagt Nicole Niederdellmann-Siemes (SPD). Auch Werner Damblon (CDU, Vorsitzender des Planungsausschusses), äußert Bedenken. "Das Deutsche Eck hat es wegen seiner nicht optimalen Lage jetzt schon schwer. Wir würden lieber bereits gewachsene Nahversorgungszentren stärken als neue Stellen aufzumachen". Jürgen Peters (Bündnis 90/Die Grünen) erinnert an einen ähnlich gelagerten Fall, bei dem seitens der Stadt Düsseldorf ein Supermarkt-Bau in Meerbusch kritisiert worden sei, der Markt dann aber trotzdem gebaut wurde. "Ich finde es schwierig, nun zu kritisieren, was man damals selbst tat."

Der Handelsverband Nordrhein-Westfalen versucht, die Wogen zu glätten. "Ich verstehe die Sorgen der Meerbuscher", sagt Geschäftsführer Rainer Gallus. Wo Stadtgrenzen aufeinander treffen, gebe es solche Interessenskonflikte jedoch häufiger. Ein Gutachten habe keine strukturgefährdenden Auswirkungen für Meerbusch festgestellt. "Die Düsseldorfer", so Rainer Gallus, "haben ihre Hausaufgaben gemacht." Das Wichtigste sei aber, dass die Kommunen miteinander sprechen.

Bezirksbürgermeister Rolf Tups wundert sich über die Bedenken und die Kritik aus Meerbusch zum jetzigen Zeitpunkt. Zum einen seien die Pläne schon älter und länger bekannt, zum anderen sei eine Einkaufsmöglichkeit an dieser Stelle für die neuen Bürger notwendig. Der Real-Supermarkt an der Schiessstraße reiche nicht, um alle Bedürfnisse der Bewohner des neuen Wohnquartiers abzudecken.

Tups sagt aber auch: "Bis die Bagger rollen, dauert es noch einige Zeit."

Quelle: RP
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