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Heerdt
Küppers' Enkel kämpfen wie der Uropa

Heerdt. Anton Küppers hatte 1929 den Abriss des Heerdter Wetzelhofes verhindert. Seine Familie streitet nun für den Erhalt der Gaslaternen. Von Heide-Ines Willner

Thilde Küppers kann es nicht fassen, dass der älteste linksrheinische Stadtteil beim Thema Gaslaternen ja oder nein im wahrsten Sinne des Wortes links liegengelassen wird. So schnappte sie sich ihre Kamera, lief die Wohnviertel ab und fotografierte die Straßen, an denen sich die alten "Düsseldorfer Leuchten" befinden. Zum Beispiel: Kribbenstraße, Rheinallee, Hymgasse, Baldurstraße und nicht zuletzt Alt-Heerdt. "Es kann doch nicht sein, das ausgerechnet Heerdt in der Debatte um die alten Gaslaternen ausgespart wird", stellt sie erbost fest. Wenigstens in den Gebieten, die das alte Heerdt abbilden, sollten die Düsseldorfer Gasleuchten erhalten bleiben. Um ihrem Wunsch Nachdruck zu verleihen, hat sie ihre fotografische Ausbeute dokumentiert und stellt sie am Donnerstag, 10. November, anlässlich des Heimatabends des Heerdter Bürgervereins in der Rheinalleehalle aus. "Damit will ich vor Augen führen, wie sehr die Bebauung Alt-Heerdts mit der Straßenbeleuchtung harmoniert."

Unterstützt wird Thilde Küppers von ihrem Ehemann Toni, der die Meinung seiner Frau teilt und der sich als alteingesessener Heerdter und Seniorchef der "Küppers-Bierstuben" verantwortlich fühlt. Damit liegt er auf gleicher Welle mit seinem kämpferischen Großvater Anton, der einst vorgemacht hatte, wie eigene und schließlich auch allgemeine Interessen durchgesetzt werden können. Anton I., von den Heerdter wegen seiner Frisur auch der "Ungekämmte" genannt, kam aus Büderich und hatte Ende des 19. Jahrhunderts Christine Rudolph, Erbin des Wetzelhofes, geheiratet. Als der Düsseldorfer Stadtrat 1929 beschloss, den alten Heerdter Ortskern abzubrechen, um Platz zu schaffen für den immer stärker werdenden Verkehr nach dem Bau der Oberkasseler Brücke (1898), hatte er nicht mit der Sturheit des "Ungekämmten" gerechnet. Denn der verteidigte sein Anwesen vehement, notfalls mit der Mistgabel, wie er ankündigte. Seine Drohung hatte Erfolg, denn viele Häuser mussten weichen, der Wetzelhof blieb.

"Er war ein Kämpfer", erinnert sich sein Enkel Toni III. Er sei unglaublich streng gewesen und hatte immer seinen Stock parat. "Mein Vater, Anton II. dagegen war sehr liebevoll." Dieser habe den 1578 erbauten Gutshof 1949 übernommen, der nun unter "Erbengemeinschaft Küppers" firmierte. Er sei der letzte Vollerwerbs-Landwirt Heerdts gewesen. "Denn zwischen 1960 und 1970 war die Nachfrage nach Bauland so rapide gestiegen, dass wir die Landwirtschaft aufgaben", sagt Küppers. Gemeinsam mit seiner Frau Thilde habe er sich dann ganz auf die Gastronomie konzentriert. Froh sei er, dass sein Urgroßvater das Haus gerettet habe. Schließlich führe seit 2003 Tochter Katja und Ehemann Reiner Canters als vierte Generation den seit 1878 bestehenden Familienbetrieb.

Quelle: RP
 
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