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Heerdt
"Lärmschutzwand hilft nicht gegen Fluglärm"

Heerdt. Angrenzend an das neue Wohngebiet Am Heerdter Busch haben die Rodungsarbeiten für die Verlängerung der Böhlerstraße begonnen. Nicht alle begrüßen diese Entwicklung. Von Sonja Schmitz

Als Sabine Wende vor zehn Jahren an die Krefelder Straße in eine der Wohnungen der LEG zog, da wurde ihr versichert, weitere Neubauten seien in Heerdt nicht geplant. "Ich bin damals hierhergezogen, weil es etwas abseits lag und es auch Grün gab", erinnert sie sich. Über den Bau des benachbarten neuen Wohngebiets Am Heerdter Busch war sie deshalb nicht glücklich. Nach und nach würden immer mehr Grünflächen zugebaut. Außerdem befürchtet sie, dass künftig durch die verlängerte Böhlerstraße wegen der schnellen Zufahrt zur A52 noch mehr Autos in den Stadtteil strömen.

Andere Nachbarn wie Karlheinz Petz sehen die anstehenden Änderungen gelassener. Er verspricht sich durch die Böhlerstraße weniger Verkehr vor seiner Haustür an der Krefelder Straße. Die drei Meter hohe Lärmschutzwand hält er für die direkten Anwohner für sinnvoll.

So wie er verspricht sich auch Gertrud Meschkat vor allem eine Entlastung von den Baumaßnahmen. Sie ist in Heerdt aufgewachsen, engagiert sich im Bürgerverein und erinnert sich noch daran, wie sie als Kind auf der Krefelder Straße Ball gespielt hat. Wer dort heute den Verkehr vorbeirauschen sieht, kann sich das kaum noch vorstellen. Denn nicht nur dort, auch auf der Heerdter Landstraße und rund um den Knopp-Platz wird es in der Rushhour eng. "Am Handweiser steht man den ganzen Tag über im Stau", sagt Meschkat. Oft irrten ausländische Lastfahrer auf der Suche nach dem Neusser Hafen auf Heerdter Straßen umher. Mit einer besseren Beschilderung, wie man sie häufig in den Niederlanden finde, ließe sich ihrer Meinung nach dieses Problem gut lösen.

Nur einige Gehminuten entfernt von den vielbefahrenen Straßen ist das Ökotop Heerdt, das mit seinen zahlreichen Gärten eine grüne Insel ist. Die Wege dort sind bei Spaziergängern und Hundehaltern beliebt. So auch bei Behrouz Kafaie und seinem Dalmatiner Cookie, der das Ökotop als "schönes Fleckchen" schätzt. Aber er weiß auch: "Die Stadt wächst." Für ihn selbst wird die neue Böhlerstraße bedeuten, dass die Lastwagen vor seiner Haustür an der Marienburger Straße weniger werden.

Auch wenn das Ökotop mit seiner üppigen Bepflanzung eine grüne Oase ist - ruhig ist es dort überhaupt nicht. Sehr deutlich hört man das Rauschen des Verkehrs, aber auch immer wieder Flugzeuge. Uschi Plass, die sich auf einer Tour mit ihrem Dackel Maxi auf einer Bank niedergelassen hat, sieht deshalb nur einen begrenzten Nutzen der geplanten Lärmschutzwand. Für die Anwohner sei diese auf jeden Fall ein Vorteil. Aber im weiteren Umfeld helfe sie nicht wirklich weiter. "Der Lärm ist doch überall. Die Flugzeuge starten und landen manchmal im Minutentakt, was nützt es?", fragt sie.

Quelle: RP
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