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Heerdt
OB-Dialog: Bürger für mehr Lärmschutz

Heerdt: OB-Dialog: Bürger für mehr Lärmschutz
Oberbürgermeister Thomas Geisel im Gespräch mit den Bürgern in der Rheinallee-Halle. Neben ihm Claudia Monréal, die den Abend moderierte. FOTO: H.-J. Bauer
Heerdt. Oberbürgermeister Thomas Geisel stand in der Rheinallee-Halle den Bürgern Rede und Antwort. Knapp 100 Heerdter äußerten ihre Sorgen und Wünsche. Dabei ging es vor allem um das Thema Verkehr. Von Heide-Ines Willner

Alle hatten Schirme in die Hand genommen und waren trotz strömendem Regen in die Rheinallee-Halle am Dominikus-Krankenhaus geeilt. Schließlich wollten sie sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, mit Oberbürgermeister Thomas Geisel persönlich über ihre Sorgen zu sprechen. "Ich bin nicht zum ersten Mal hier", eröffnete Geisel seinen dritten Stadtteil-Dialog in Erinnerung an seine erste Amtshandlung im vergangenen Jahr, als er den Grundstein für das benachbarte Wohnprojekt "RKM 740" gelegt hatte.

Eineinhalb Stunden hörte Geisel sich an, was den Heerdtern auf den Nägeln brennt. Das sind vor allem der zunehmende Lkw-Verkehr durch weitere Ansiedlungen von Firmen, der fehlende Lärmschutz, die unzureichende Nahversorgung im Zentrum am Nikolaus-Knopp-Platz und nicht zuletzt die Frage nach Neubauten und Erweiterungen für die Schulen angesichts der künftigen Heerdter Neubürger. Viel Hoffnung auf eine Lösung konnte Geisel den Bürgern nicht machen und sagte: "Wir bemühen uns."

Karl-Joachim Neidhart vom Bürgerverein Heerdt lobte, dass der Anschluss Böhlerstraße realisiert werde und wollte wissen, wann der Anschluss Heerdter Lohweg komme und die damit verbundene neue Brücke über die Autobahn. "Denn heute belasten vor allem Lkw Alt-Heerdt und den Nikolaus-Knopp-Platz." Eine zufriedenstellende Antwort bekam er nicht, nur: "Sie ist im mittelfristigen Finanzierungsplan." Eine Lösung für den stauanfälligen Verkehrsknoten Handweiser ist ebenfalls nicht in Sicht. Geisel: "Ich sehe das Problem, die Lösung aber nicht."

Beim Thema Schulen wurde deutlich, dass die Stadt zwar weiß, was demnächst alles zu stemmen ist, aber: "Wir tun, was wir können und werden uns zunächst mit Provisorien behelfen müssen." Im Zusammenhang mit dem Neubau des Hallenbades, bei dem ein Schwimmbecken, Gymnastikhalle, Mehrzweckraum und Physiotherapie vorgesehen sind, wurde der Wunsch nach einem "Bürgertreff" geäußert. Geisel: "Wir müssen aufs Geld gucken. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen." Beklagt wurden die vielen leeren Ladenlokale am Nikolaus-Knopp-Platz und so auch die fehlende Atmosphäre dort. Laut Geisel könnte der Leerstand vorübergehend für Kunstaktionen genutzt werden. Er wolle sich aber dafür einsetzten, dass nicht noch mehr Einzelhandel auf die "grüne Wiese" abwandere.

Nachdrücklich forderten die Bürger mehr Lärmschutz an der Brüsseler Straße. Annette Klotz vom Ökotop-Verein mahnte mehr Bürgerbeteiligung an und bat, die Lärmschutzwand, die nach dem Ausbau der Böhlerstraße geplant ist, bis zur Autobahnauffahrt Büderich zu verlängern. "Es fehlen nur 80 Meter, um das gesamte künftige Wohngebiet am Ökotop zu schützen." Geisel machte deutlich, dass er für Lärmschutzwände nicht viel übrig habe, "weil sie nicht gut aussehen". Er setzt deshalb eher auf Flüsterasphalt. Trotzdem ist er der Meinung, "dass Menschen, die in einer Stadt leben wollen, auch mit einem gewissen Lärmpegel klarkommen müssen". Der Oberbürgermeister ließ keinen Zweifel daran, das Lärmschutz zwar eine hohe Priorität habe, aber alles mit Maß und Ziel betrachtet werden müsse.

Quelle: RP
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