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Heerdt
Straßenumbau für neuen Baumarkt

Heerdt. Zur Erschließung des Geländes wird im Bereich der Knechtstedenstraße die Heerdter Landstraße umgestaltet. Demnächst können Autofahrer aus Richtung Nikolaus-Knopp-Platz dort auch links abbiegen. Von Heide-Ines Willner

Der Auftakt war spektakulär: Denn bei der Erschließung des Geländes für den künftigen Baumarkt, der an der Heerdter Landstraße 231 (Höhe Knechtstedenstraße) gebaut werden soll, wurden zwei Weltkriegsbomben entdeckt. In einer aufwendigen Aktion entschärften Experten die beiden zentnerschweren Blindgänger. Einen Tag später konnten die Bagger den Abbruch des alten Sandvik-Bürogebäudes auf dem ehemaligen Grundstück des schwedischen Konzerns fortsetzen. Sobald die Abbrucharbeiten abgeschlossen sind, kann mit dem Neubau begonnen werden.

Das geht jedoch nicht reibungslos, denn zur Verkehrserschließung des Baumarkts muss der Knotenpunkt Heerdter Landstraße/Knechtstedenstraße umgebaut werden. Dazu wird die heutige dreiarmige Einmündung um einen vierten Kreuzungszweig als Zufahrt zum Baumarktgelände erweitert. Gegenüber, auf der nördlichen Seite der Heerdter Landstraße, wird die Fahrbahn erweitert und eine separate Linksabbiegespur eingerichtet. Deshalb muss die heutige, ampel- gesteuerte Fußgängerfurt auf die westliche Seite verlegt werden. Aus Sicherheitsgründen ist sie als Z-Überweg geplant.

"Die neue Verkehrserschließung geschieht auch zulasten des vorhandenen Parkstreifens", so die Verwaltung. Der Vorteil: Auch Autofahrer aus Richtung Nikolaus-Knopp-Platz könnten dann links über die Straßenbahngleise zum Baumarkt abbiegen. Die bestehende Wendemöglichkeit an der Knechtstedenstraße werde dann überflüssig. Weiter ist geplant, die Ampelanlage an dieser Kreuzung komplett umzubauen. Und wie von Oberbürgermeister Thomas Geisel gewünscht, soll die Straßenbahn Vorfahrt bekommen. Angepasst werden auch die heutigen getrennten Geh- und Radwege.

Drei Straßenbäume stehen dem Umbau im Weg und werden gefällt. Als Ersatz wurden 7500 Euro festgesetzt, weil es laut Verwaltung nach dem Umbau der Kreuzung keinen Platz mehr für Neupflanzungen gebe. Die Grünen der Bezirksvertretung 4 schlugen bei der Vorstellung der Umbaupläne vor, die Stichstraße zum Baumarkt als Allee anzulegen. Die Verwaltung winkte ab, weil es sich um ein Privatgelände handele, die Stadt keinen Einfluss habe. Versichert wurde aber, dass auf dem Privatgelände des Baumarktes umfangreiche Pflanzungen vorgesehen seien.

Mit dem Konzept ist die Anregung der Bezirksvertreter vom Tisch, den künftigen Verkehr zum geplanten Baumarkt auf dem ehemaligen Sandvik-Gelände nicht nur über die Heerdter Landstraße abzuwickeln. Sie hatten vorgeschlagen, den Verkehr entweder ausschließlich über die Burgunderstraße zu führen oder die Ein- und Ausfahrt zu splitten, so dass Burgunder- und Heerdter Landstraße gleichermaßen belastet werden. Die Verwaltung nahm das zwar auf, befolgt wurde es nicht.

Nach vielem Hin und Her bekommt Heerdt nun einen Baumarkt. Seit Jahren ist er in Kombination mit einem Gartencenter im Gespräch und sollte auf dem ehemaligen Schießgelände Willstätter-/Böhlerstraße gebaut werden. Daraus wurde nichts, weil Prüfungen ergaben, dass auf den alten Industrieflächen auch Wohnungen möglich sind. Damit wurde der Weg frei für ein neues Wohngebiet mit 1000 Miet- und Eigentumswohnungen plus Kindertagesstätte. Für die Nahversorgung soll ein Super- und Drogeriemarkt nördlich der Willstätter Straße eingerichtet werden.

Quelle: RP
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