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Heerdt
Umbau der Bunkerkirche geht gut voran

Heerdt: Umbau der Bunkerkirche geht gut voran
Christian Gerges, Diakon und Vorstandssprecher der koptischen St. Marien-Gemeinde, vor der Ikonenwand in der Heerdter Bunkerkirche, die bis Ostern fertiggestellt sein soll. FOTO: Andreas Bretz
Heerdt. Die Umwandlung der Bunkerkirche in ein koptisches Gotteshaus nimmt Formen an. Der Bau einer Ikonenwand ist schon weit fortgeschritten. Ostern soll der Umbau abgeschlossen sein. Katholische Kirche kann dort auch Messen feiern. Von Heide-Ines Willner

Die Bunkerkirche, die auch als "stabilstes Gotteshaus" bezeichnet wird, gleicht im Moment eher einer Baustelle. Es wird gezimmert, gehämmert und gerückt, alles ist im Um- und Aufbruch. Einiges aber hat schon Formen angenommen. Zum Beispiel steht die Holzkonstruktion der Ikonenwand am Altar mit der Königstür, dem nördlichen und südlichen Eingang. Darüber ist der künstlerisch gestaltete Holzkreis fast komplett mit den Ikonen der zwölf Apostel, in der Mitte der thronende Jesus.

Die vier größeren Ikonen im unteren Bereich, die rechts und links der Königstür angebracht werden sollen, fehlen noch. Stephan René, Dozent für orthodoxe Kunst in England, arbeitet noch daran. Dagegen konnte die in Ägypten hergestellte Holzstruktur innerhalb von zwei Wochen aufgebaut werden. "Uns haben Caritas und Awo beim Aufbau geholfen", sagt Christian Gerges, Diakon und Vorstandssprecher der koptischen St. Marien-Gemeinde.

Auffallend ist, dass die Ikonenwand, entgegen der traditionellen Form, im vorderen Teil eine Wölbung aufweist und sich so dem Rund der Altarstufen anpasst. "Ein Novum", sagt Gerges, der von einem Zugeständnis an die katholische Gemeinde spricht. "Wir bemühen uns, den Umbau so behutsam wie möglich zu gestalten." So werde auch der Hauptaltar erhalten "und von uns genutzt". Zudem könne die katholische Kirche weiterhin ihre Gottesdienste in der Bunkerkirche feiern. Erhalten ist auch das riesige Kreuz, das ein Vater, der seine drei Söhne im Krieg verlor, in Handarbeit hergestellt hat. Es wurde nur an die Wand neben dem Eingang versetzt. "Es hat dort ein Alleinstellungsmerkmal", ergänzt Gerges. Der Kreuzweg bleibe dagegen an der alten Stelle.

Gemeinsam mit Bishoy Shehata, der ehrenamtlich den Umbau begleitet, klärt Gerges über die Bedeutung der Ikonenwand auf. "Sie ist alt-ägyptischer Holzbauweise nachempfunden und ein Symbol für die Trennung zwischen Allerheiligstem und Kirchenraum, von Himmel und Erde." Die Trennung von Gott und Menschen wird erst dann aufgehoben, wenn der Priester vor dem Gottesdienst den Vorhang vor der Königstür öffnet. Die Türen rechts und links markieren die Seitenschiffe. Dort können zum Beispiel Andachten abgehalten werden, weil nur einmal am Tag ein Gottesdienst am Hauptaltar gefeiert wird. Eine große Veränderung kündigt sich ebenfalls an: In der Nische, in der die beiden Beichtstühle standen, sind bereits Vorkehrungen für ein großes und kleines, über Stufen erreichbares Taufbecken gestartet. "Wir pflegen die Ganzkörpertaufe", erklärt Gerges. "Jungs werden 40 Tage nach der Geburt getauft, Mädchen nach 80 Tagen. Die längere Wartezeit für Mädchen erklärt der Sprecher mit dem Alten Testament. "Eva hat den Sündenfall ausgelöst und Adam verführt."

Weihnachten soll der obere Teil der Ikonenwand fertig sein. Gerges: "Wir hoffen, dass Ostern dann auch die vier großen Ikonen eingebaut sind und der Umbau abgeschlossen werden kann. Schließlich wachse die koptische Gemeinde in Düsseldorf, zu der 1000 Familien gehörten. Denn nach wie vor werden die koptischen Christen in ihrer Heimat Ägypten verfolgt. "Sie fliehen nicht aus wirtschaftlichen Gründen, weil sie meist gut ausgebildet sind, sondern aus politischen." So hofft Gerges, dass in etwa zwei Jahren auch der Neubau, der seitlich an die Bunkerkirche gesetzt werden soll, bezogen werden kann. Er soll als Bürgerzentrum mit Café für alle offen sein. "Eine Anlaufstelle vor allem auch für die Menschen am Handweiser", sagt Gerges. Die Pläne sind fertig, alles sei soweit genehmigt, nur die Finanzierung stehe noch nicht.

Quelle: RP
 
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