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Heerdt
Viel Interesse an Schützen ohne Uniform

Heerdt. Vor wenigen Wochen hatte der Heerdter Schützenverein aufgerufen, Mitglied im "Corps à la Suite" zu werden. Bereits 20 Menschen haben sich der Gruppe, die auf Uniformen verzichtet, angeschlossen. Von Heide-Ines Willner

Wenn die Heerdter Schützen Jahr für Jahr auf der Rheinallee ihre Parade abhalten, dann sind junge Heerdter, die sich zu einem Freundeskreis zusammengeschlossen haben, stets dabei. Als Zaungäste genießen sie zwar den Schützenaufmarsch, feiern aber gleichzeitig ihre ganz persönliche "Open-air-Party" und ihr Wiedersehen. Bis jetzt! Denn ab dem Schützenfest am kommenden Wochenende lautet die Devise "Mittendrin statt nur dabei", gehören die Mädels und Jungs zum neugegründeten, sozial ausgerichteten "Corps à la suite". Das bedeutet, ohne Uniform, ohne Schießen, ohne Marschieren und ohne Zwang, sich einer bestimmten Kompanie anzuschließen.

Ein erster zaghafter Schritt, sich dem Brauchtum zu nähern, der schon jetzt Erfolg verspricht, denn etwa 20 Menschen haben sich bereits dem Corps angeschlossen. "Unser Freundeskreis macht fast komplett mit", sagt Dominik Bornewasser in der Hoffnung, Freunde, die noch nicht so ganz sicher sind, für einen Beitritt zu motivieren. Für Julia Stetter, seine Partnerin ist das längst gelungen, denn sie hatte schon als Kompaniekönigin bei den Wildschützen Brauchtumsluft geschnuppert. Beide gehen davon aus, dass die neue Gesellschaft oder Gemeinschaft im nächsten Jahr noch gefestigter sein wird. Angetan vom neuen Angebot der Heerdter Schützen ist auch Monika Moor. Sie hat zwar mit einer Schützenkarriere geliebäugelt, zögerte aber aus zeitlichen Gründen. Schließlich wusste sie, was auf sie zukommen wird, denn Ehemann und Sohn sind bei den 7. Grenadieren. Jetzt hat sie die Chance genutzt und sagt: "Es ist wunderbar, einfach dazuzugehören, keine Verpflichtungen zu haben und trotzdem ein vollwertiges Mitglied zu sein." Silke Kirstein dagegen ist das Brauchtum in die Wiege gelegt worden. "Ich bin damit groß geworden. Das Heerdter Schützenfest ist für mich immer ein Highlight." Bei dem Hintergrund kein Wunder. "Mein Vater, Willi Wengler, gehört zu den Sappeuren und war lange Zeit 2. Chef des Vereins, bis er sein Amt an Lothar Gläser abgab." Froh sei sie, dass sie nun mit dem "Corps à la suite" die Möglichkeit habe, sich dem Schützenverein anzuschließen, ohne sich für eine Kompanie entscheiden zu müssen.

Trotz Freizügigkeit gibt es einige Regeln. So wurde ein "Vorstand" aus sechs Personen (vier Männer, zwei Frauen) gebildet. "Ich spreche allerdings lieber von einem ,Team', sagt Maren Gläser, die wie Julia Stetter dazugehört. Das "Team" betreue die Mitglieder, halte das Corps zusammen. Denn neben etlichen Privilegien, wie ein reservierter Bereich zur Königsparade und besondere Plätze im Festzelt, gebe es die Pflicht, jährlich einen Beitrag von 90 Euro zu leisten. "Der größte Teil ist für unser soziales Engagement gedacht, das wir ausbauen wollen", betont Maren Gläser. Unterstützt werden benachteiligte Kinder, Jugendliche und ältere Menschen im Stadtteil. Damit liegt sie auf gleicher Wellenlänge mit Schützenchef Andreas Bahners, der "zutiefst überzeugt ist, dass es eine gesellschaftliche Verpflichtung ist, sich um Menschen zu kümmern, denen es nicht so gut geht."

Wer also Zeit und Lust hat, sich dem "Corps à la suite" anzuschließen oder sich einfach nur mal informieren und Kontakt aufnehmen will, hat am Schützensamstag Gelegenheit dazu. Um 19 Uhr werden sich die überwiegend jungen Mitglieder im Zelt an einem reservierten Tisch versammeln und für alle Interessierten ansprechbar sein.

Quelle: RP
 
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