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Hellerhof
Ehepaar setzt sich für Flora und Fauna ein

Hellerhof. Paul Ludwig Henrichs und Therese Becking-Henrichs aus Hellerhof haben von der Biologischen Station Haus Bürgel den Bronzenen Auenkauz verliehen bekommen. Eine Würdigung für ihr großes Engagement in vielen Bereichen. Von Beate Gostincar-Walther

Eine Vogeluhr im Wohnzimmer zwitschert zur vollen Stunde, auf dem Regal stehen Esel, Pferde, Eulen und Fantasiekreationen aus Holz - größtenteils eigenhändig vom Hausherren geschnitzt. Dazwischen hat der Bronzene Auenkauz, die Auszeichnung der Biologischen Station Haus Bürgel, seinen Platz gefunden. Paul Ludwig Henrichs und Therese Becking-Henrichs präsentieren ihn fast verlegen, denn sie machen um ihren Einsatz für Fauna und Flora kein großes Aufheben. "Eulen haben es uns besonders angetan; meine Frau mag Esel gern und jeder Hund findet mich", bemerkt der Hausherr humorvoll beim Blick auf den kleinen Zoo im Regal.

"Der Schutz von Pflanzen und Tieren hat uns schon in unserer Pfadfinderzeit geprägt und das hat uns auch zusammengeführt", erzählt der 84-Jährige. Naturkundliche Vorträge und Exkursionen faszinierten sie beide schon lange. Bei der Bundesgartenschau 1987 funkte es in Sachen Naturschutz an einem Stand des Nabu (Naturschutzbund Deutschland) dann richtig. "Dann nahm unser ehrenamtliches Schicksal seinen Lauf", bekennt Henrichs lachend.

Er gehört zu den Gründern der Nabu-Dependence in Düsseldorf, und das Ehepaar ist nun seit fast 30 Jahre dabei. Im "NABUtop", einem Feuchtbiotop bei den Angermunder Baggerseen, leisten sie praktische Arbeit; und für den "Grünstift" - einer Zeitung der Naturschutzverbände - bringt Paul Ludwig Henrichs sein journalistisches Talent ein. Doch das ist nicht alles. Auf der Homepage des Nabu findet sich der engagierte Naturschützer auch im fortgeschrittenen Alter als Ansprechpartner für Info-Stände.

Bei Bedarf rollt ihr roter VW-Bus bepackt mit Material zum Einsatz; denn mit der Begeisterung überzeugen das ist ihr Potenzial. Manchmal seien sie entsetzt über die Gedankenlosigkeit der Menschen, obwohl Probleme bekannt seien, sagen sie. "Wir beobachten ständig den Griff zur Plastiktüte; dass die inzwischen sogar meist Geld kostet, spielt bei den Leuten keine Rolle", sagt Therese Becking-Henrichs. Hoffnungsschimmer gebe es trotzdem. "Im Hohen Venn wird kein Vogel mehr gefangen, und in England engagieren sich Vogelfreunde imponierend für den Artenschutz. Inzwischen gibt es sogar in den USA Naturschützer", zählt Henrichs ohne Ironie auf. Auf den Spuren der Indianer zu wandeln, das sei ein großer Lebenswunsch, fällt ihm dabei ein. Damit kommt er auf eine zweite gemeinsame Leidenschaft: die unbändige Reiselust.

Sie bereisten Neuseeland und waren mehr als einmal in Kanada. Welche europäischen Länder sie noch nicht gesehen haben, lässt sich schneller aufzählen als umgekehrt. Inzwischen geht es nicht mehr in die ganz weite Ferne. Allerdings dient in den meisten Fällen immer noch der rote VW-Bus als Reisemittel und Unterkunft. "Luxus macht unfrei", kommentiert Henrichs kurz und bündig. Der direkte Kontakt zu den Menschen vor Ort und die Suche nach Ursprünglichkeit führe sie in entlegene Gegenden. "Einen Stieglitz in freien Natur zu beobachten, das ist für mich ein Highlight", erzählt der Vogel-Liebhaber.

Wenn die Jugend - besonders einer seiner neun Enkel - den Umweltschutz für sich entdeckt ist das für Henrichs ein Hoffnungszeichen. Therese Becking-Henrichs meint skeptisch: "Ich glaube, es werden auch in Zukunft eher Minderheiten sein, die sich einsetzen." Aber: Aufgeben ist nicht das Prinzip bei den ehrenamtlichen Naturschützern.

Quelle: RP
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