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Hellerhof
Kinder lernen Hunde kennen

Hellerhof: Kinder lernen Hunde kennen
Mischlingsdame Ruby amüsiert sich mit dem großen Ball beim Treibball-Spielen. Die Kinder aus der Mörsenbroicher Kita St. Franziskus-Xaverius schauen ihr begeistert zu. FOTO: Günter von Ameln
Hellerhof. Die Hellerhofer Hundeschule von Silvia Spelsberg hat Besuch von der Mörsenbroicher Kita St. Franziskus-Xaverius bekommen. Die Kinder wurden im Umgang mit Hunden geschult. Von Beate Gostincar-Walther

Sie stehen sich gegenüber, auf der einen Seite eine bunte Hundeschar, auf der anderen Seite eine bunte Kinderschar - dazwischen ein hoher, aber lichter Zaun. Für die jungen Besucher aus der Kindertagesstätte des Katholischen Familienzentrums St. Franziskus-Xaverius steht ein Höhepunkt auf dem Terminplan: Picknick in der Hundeschule von Silvia Spelsberg in Hellerhof an der Eichsfelderstraße.

Dort warten fremde Vierbeiner zum Kennenlernen und Anfassen - oder auch nicht. Denn das will trainiert und vor allem auf beiden Seiten gewollt sein. Dass Hunde auf Kinder anders reagieren, sei nicht jedem Hundehalter klar. Es gehe deshalb um Sensibilisierung in beide Richtungen, erklärt Hundetrainerin Spelsberg. "Könnt ihr mir sagen, welcher Hund sich gerade nicht wohl fühlt?", lautet ihre erste Frage an die Kinder. Gleich mehrere Hände zeigen auf die hübsche Hundedame Ruby. "Dein Hund, der hat sich nämlich umgedreht", sagt ein kleiner Junge forsch.

Richtig erkannt und das nicht zufällig, denn vor dieser lebendigen Hunde-Begegnung gab es für die Kinder intensive "Trockenübungen" in der Kindertagesstätte. "Ich bringe das erste Mal immer ein Tier aus Pappmaché mit", erzählt Spelsberg. Anhand von Rollenspielen lernen die Kinder das richtige Verhalten. Dass es zum Beispiel besser ist, einem Ball nicht hinterher zu springen, wenn ein Hund daneben steht. Oder dass es besser ist, sich von seinem leckeren Eis zu trennen, wenn ein Vierbeiner auch ein Auge drauf geworfen hat.

Auch die Hundesprache ist Thema für die Kleinen. "Heute ist Lea dabei, und ich habe erklärt, dass sie immer Spaß hat, deshalb wackelt der ganze Hund", meint Spelsberg amüsiert mit Blick auf einen freundlichen Mischling. Lucia Harren-Renk, Leiterin der Mörsenbroicher Kindertagesstätte, weiß, dass viele ihrer Schützlinge Angst vor Hunden haben. "Manchmal ist es eine Übertragung durch die Eltern; manchmal sagen uns die Eltern, die Furcht sei völlig unbegründet", beschreibt sie ihre Erfahrungen.

Nikolas steht unmittelbar am Zaun, möchte aber nicht zu den Hunden. Zwei weitere Kinder halten sich im Hintergrund. Ihre Gefährten tummeln sich hingegen abwechselnd außerhalb des geschützten Bereiches. Eine Schatzsuche steht an. Jeweils vier Kinder und ein Hund - ausgewählt von den Kindern selbst - tollen zum Akklimatisieren auf abgegrenzten Feldern. "Guck mal, was der Hund schafft, das ist heute unser Motto", meint Silvia Spelsberg zu dem spielerischen Wettbewerb. Auf dem Hunde-Feld verstreut sie Leckereien, die in Windeseile in den Schnauzen der tierischen Spieler landen. Auf dem Feld für die Kinder liegen Glasmurmeln. Anschließend zeigt Ruby ihr Talent beim Treibball-Spielen. Die Gäste sind hellauf begeistert.

Schließlich stärken sich Menschen und Hunde mit Keksen, und zwar solchen, die Zwei- und Vierbeinern schmecken. Die Kinder wissen, was zu tun ist. "Darf ich den Hund füttern?", lautet die richtige Frage. Nach einem eindeutigen "Ja" wandert der Keks vorsichtig von der kleinen Hand in die feuchte Hundeschnauze.

Quelle: RP
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