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Hellerhof
Sparkasse Hellerhof schließt im November

Hellerhof. Fast zu übersehen ist ein kleines Plakat im Schaufenster, das über die Schließung des Geldinstitutes informiert. Die Kunden sind überrascht. Vor einem Jahr hatte die Sparkasse mitgeteilt, dass dort "spätestens 2019" Schluss sei. Von Birgit Wanninger

Spätestens 2019 sollte die Filiale der Stadtsparkasse in Hellerhof schließen, kündigte das Geldinstitut Anfang Oktober 2015 an. Wobei die Betonung auf spätestens lag. Denn jetzt ist bereits am 30. November Schluss. Am 30. November 2016 wohlgemerkt.

Dass die Filiale an der Carlo-Schmid-Straße, direkt gegenüber dem Einkaufszentrum, geschlossen werden soll, war klar. Denn die Stadtsparkasse macht bis zum Jahr 2019 insgesamt 18 Niederlassungen im Düsseldorfer Stadtgebiet zu. Das erklärte der Sprecher der Stadtsparkasse Gerd Meyer vor einem Jahr.

Doch dass in fünf Wochen in Hellerhof Schluss sein soll, das wird nicht jedem Kunden klar. In einem der fünf Fenster des Gebäudes hängt ein großes Schild, das man schnell übersehen kann: "Am 30. November ziehen wir auf die Peter-Behrens-Straße 113", heißt es auf dem Plakat, das sich auch nochmal im Foyer befindet. "Wir freuen uns, Ihnen in unserem Privatkundencenter in Garath ein erweitertes Angebot an Finanzdienstleistung und Beratung anbieten zu können." Das steht auch auf einem größeren Werbebanner. Ein Blickfang, wenn man ins Foyer kommt.

Die Filiale hat schon seit geraumer Zeit nur noch dreimal die Woche für drei Stunden von 8 bis 11 Uhr geöffnet. "Wer hat denn da Zeit?", fragt sich Angelique Warwas vom Geschäft gegenüber, das auch eine Postfiliale unterhält. Sie und ihr Mann hatten das Angebot, nach der Sparkassen-Schließung den Geldautomaten in ihr Geschäft zu übernehmen. "Auf Antwort warten wir immer noch", sagt sie. Und was den so genannten Umzug betrifft, diese Formulierung empfindet Warwas als absolute Frechheit: "Ich fühle mich auf den Arm genommen."

Ein Sterben auf Raten nennt es Isabella Nowak, die im Hellerhofer Einkaufszentrum einen Blumenladen führt. "Für mich kommt das jetzt nicht überraschend", sagt sie. Allerdings tätige sie inzwischen ihre Bankgeschäfte alle in Monheim. "Zum einen wegen der schlechten Öffnungszeiten hier, zum anderen weil ich als Geschäftsfrau hier kein Bargeld einzahlen kann." Also hat sie die Konsequenzen gezogen.

Auch für den stellvertretenden Bezirksbürgermeister Klaus Mauersberger (CDU) kommt die Nachricht überraschend. "Das ist Volksverdummung. Die ziehen nicht um. Die schließen", merkt er ziemlich säuerlich gestimmt an und fragt sich, warum dann noch auf Einladung der BIG und dem Hellerhofer Bürgerverein am Dienstag, 8. November, eine Veranstaltung mit dem Sparkassen-Regionaldirektor Rafaelo Morgenbrodt geplant ist.

"Solche Veranstaltungen sind überflüssig, wenn schon vorher Fakten geschaffen worden sind", sagt auch Christiane Sieghart-Edel, Fraktionsvorsitzende der SPD in der Bezirksvertretung 10, und fragt sich: "Warum hat es die Stadtsparkasse nötig zu lügen?" Ihres Erachtens sei das mit dem Umzug eine butterweiche Formulierung.

Sparkassensprecher Gerd Meyer bestätigte die Schließung der Filiale. Von der Formulierung "Wir ziehen um" wusste er jedoch nichts. Es habe eine Änderung im Mietvertrag gegeben, so dass es zu der kurzfristigen Schließung kommen werde. Zuvor war schon einmal die Rede davon, die Filiale 2018 statt 2019 zu schließen. Jetzt geht es auf einmal sehr schnell. Meyer betont, dass keiner der drei Hellerhofer Angestellten freigestellt werde oder die Kündigung bekomme. Und dann hat er noch eine positive Nachricht für die Hellerhofer Sparkassen-Kunden: Es wird auch weiterhin einen Geldautomaten im südlichsten Stadtteil Düsseldorfs geben. Darum haben die Hellerhofer gekämpft. Wo er untergebracht sein wird, das sei noch nicht spruchreif, erklärte Meyer.

Quelle: RP
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