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Hellerhof
Ab 2019 ist Hellerhof ohne Geldautomat

Sparkassen Schließung: Hellerhof ab 2019 ohne Geldautomat
Die Sparkassenkundinnen (v.l.) Gianna Stantic, Ingrid Adams und Nicole Apel sind nicht begeistert, dass ihrer Hellerhofer Filiale schließt. FOTO: Olaf Staschik
Hellerhof. Die Sparkasse schließt die Filiale. Die Hellerhofer sind über diese Entscheidung nicht begeistert. Von Birgit Wanninger

Es herrscht reger Betrieb vor dem Geld-Automaten in Hellerhof. Manchmal stehen die Sparkassenkunden sogar Schlange. Gestern morgen zwischen 10.30 und 11 Uhr waren es rund 20 Kunden, die dort innerhalb einer halben Stunde Geld abholten.

Die Kunden sind verunsichert - und sauer. Denn die Filiale an der Carlo-Schmid-Straße, direkt gegenüber dem Einkaufszentrum, soll geschlossen werden. Die Stadtsparkasse macht bis zum Jahr 2019 insgesamt 18 Niederlassungen im Düsseldorfer Stadtgebiet zu. Hellerhof soll 2019 geschlossen werden, wie Sparkassensprecher Gerd Meyer erklärte.

Und die Hoffnung zahlreicher Kunden, dass zumindest der Geldautomat stehen bleibt, musste Meyer zunichte machen. Mit dem Auslaufen des Mietvertrags wird die Filiale komplett geschlossen. Die drei dort arbeitenden Angestellten sollen dann in den anderen Sparkassenfilialen untergebracht werden. "Voraussichtlich in Garath", sagt Meyer und betont, es gebe keine Kündigungen.

Nicole Apel (51) ist nicht begeistert von der Entscheidung der Sparkasse. Die Hellerhoferin ist, seit sie denken kann, Kundin der Sparkasse. "Ich bin ja mobil. Dann fahre ich eben nach Baumberg", sagt sie trotzig. Aber ihre 80-jährige Mutter führe kaum noch Auto. Die Rentnerin Ingrid Adam (79), die gerade vorbeikommt, stimmt ihr zu. Sie wohnt in Baumberg, fährt aber mit dem Auto nach Hellerhof, um dort Geldgeschäfte und Einkäufe zu erledigen, "weil ich hier viel besser parken kann", sagt sie. Gianna Stantic (35) ist der gleichen Meinung. "Keine Parkplatzsuche - wunderbar". Aber was ist mit den Gehbehinderten, mit den Alten, die auf den Rollator angewiesen sind, fragt sie und lobt die zuvorkommenden, netten Mitarbeiter der Filiale. Konstantinos Papazoglou, vor wenigen Monaten erst nach Hellerhof gezogen, zeigt sich überrascht. "Dann muss ich wohl nach Garath", meint er enttäuscht. Immerhin sei es nur eine Station mit der S-Bahn nach Garath.

Berrenssen, der direkt gegenüber im Einkaufszentrum den Zeitschriftenladen und die Postfiliale betreibt, sieht mit der Schließung der Sparkassenfiliale auch schlechte Zeiten auf Einkaufszentrum zukommen. "Wir werden Kunden verlieren", ist er überzeugt und ergänzt: "Es kann doch nicht sein, dass es für den gesamten Stadtteil keinen einzigen Geldautomaten mehr gibt." Er könne sich vorstellen, den Geldautomaten der Sparkasse in seinem Laden zu übernehmen, weiß aber nicht, ob das möglich ist. Er habe auch schon bei der Postbank angefragt, ob er in seinem Laden einen Geldautomaten aufzustellen könne, doch er hat nur eine negative Antwort bekommen. "Und wer in Garath Geld abholt, der geht auch in Garath einkaufen" sagt Oliver Berrenssen. "Brötchen, Zeitungen und Blumen zahlt doch keiner mit EC-Karte", sagt er. Schon oft hätten Kunden bei ihm festgestellt, zu wenig Bargeld im Portemonnaie zu haben. "Die sind dann einfach rüber zum Geldautomaten", sagt er.

Sparkassensprecher Meyer betont, ein Geschäftsstellen-Netz atme und verändere sich. So gebe es heute 40 Prozent Online-Kunden. "Und bis in die 80er Jahre gab es nicht einen Geldautomaten."

Mit der Schließung der Sparkassenfiliale in Hellerhof beschäftigt sich am Dienstag auch die zuständige Bezirksvertretung 10.

Quelle: RP
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