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Himmelgeist/Wersten
370 Unterschriften gegen Asylunterkunft

Himmelgeist/Wersten. Bei der ersten Bürgersprechstunde ist die Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch in der Himmelgeister Grundschule ein wenig ins Schwimmen geraten. Fast 100 Interessierte sprengten das neue Format, das Einzelgespräche vorgesehen hat. Von Andrea Röhrig

Böse Zungen würden behaupten, dass die städtische Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch mit ihrem Team gestern sehenden Auges ins Chaos geraten ist. Kurzfristig hatte sie Anfang der Woche für den Mittwochnachmittag ein neues Format der Information angekündigt: Eine Bürgersprechstunde mit der Möglichkeit von Einzel- oder Gruppengesprächen. Doch fast 100 Interessierte, die bereits vor 17 Uhr an und in der Himmelgeister Grundschule warteten, um etwas über die Unterkunft an der Ickerswarder Straße zu erfahren, sprengten den Rahmen der Veranstaltung.

Bevor es dann mit Verspätung - was einigen Bürgern schon sauer aufstieß - in die Gruppengespräche ging, nahm Koch vor der Schule rund 370 Unterschriften von Anwohnern aus Wersten, Itter und Himmelgeist aus den Händen von Astrid Köhler entgegen. Die hatte mit mehreren Mitstreitern in den vergangenen Wochen Unterstützer in ihrer Forderung nach einer Verkleinerung der geplanten Flüchtlingsunterkunft von derzeit 500 auf maximal 250 Plätze gesammelt.

Koch wies dabei noch einmal auf den Info-Abend am Donnerstag, 21. April, 19 Uhr, in der Aula der Theodor-Heuss-Schule hin. Da der Raum nur 300 Menschen fasse, würde es bei Bedarf einen weiteren Termin geben, sagte sie. Anmerkungen von Anwohnern, dass zu diesem Termin die Größe der Unterkunft doch schon festgezurrt sei, da am 12. April der Bauausschuss noch einmal den Ankauf von mehren Mobilunterkünften auf der Tagesordnung habe, widersprach Koch: Es sei noch nichts endgültig entschieden. Es gehe jetzt erst in die Fein-Planung. Dabei werde die Stadt auch auf die Frischluftschneise achten, über das zu bebauende Areal neben der Münchener Straße wird Düsseldorf mit unverbrauchter, kühler Luft versorgt.

Es könne gut sein, dass die Stadt die Zahl der unterzubringenden Menschen nach unten schraube, so Koch weiter; allerdings gehe sie nicht davon aus, dass sie halbiert werde. Der Kritik der Unterzeichner, dass die Stadt dort ein Ghetto entstehen lasse, wies Koch ebenfalls zurück: In Düsseldorf laufe es in den Flüchtlingsunterkünften gut. Sie riet den Anwohnern, sich darüber bei Ehrenamtlern der Anlage an der Schimmelpfennigstraße zu erkundigen: "Da läuft alles reibungslos." Aus heutiger Sicht ist sie der Meinung, dass dieser Standort mit seinen rund 200 Unterbringungsplätzen zu klein geraten sei: Auf dieser ehemaligen Sportplatzfläche sei Platz für mehr Wohneinheiten gewesen.

Sätze, die Wilhelm Schäfer und seine Frau Kirsten Lyko, die an der Fritz-Strassmann-Straße leben, nicht wirklich beruhigen: "Ich empfinde 200 Flüchtlinge in meiner Nachbarschaft als ausreichend." Eine weitere mehrfach geäußerte Frage war die nach dem Platz an der Himmelgeister Grundschul-Dependance. Die Umsetzung des zweiten Bauabschnitts, mit der die Schule erst dreizügig werden könnte, ist immer noch in weiter Ferne. Eine Mutter, deren Kind 2017 eingeschult wird, sagte nach dem Gespräch: "Frau Koch hat mich beruhigt, dass die Flüchtlingskinder dort eingeschult würden, wo Platz sei. Aber was soll sie jetzt auch erstmal anderes sagen." Wirklich beruhigt sei sie dadurch nicht, sagte sie.

Mit dem Anliegen, ihre Hilfe bei der Betreuung der Menschen anzubieten, waren Olaf Schmeisser und Marcus Lammermann zur Bürgersprechstunde gekommen. Schmeisser hat in den vergangenen Wochen in Unterkünften mit den Flüchtlingen einen Mitmachzirkus auf die Beine gestellt; der Werstener Lammermann hat Koch einen Kleingarten in Wersten angeboten, auf dem zwischen 60 und 100 Menschen untergebracht werden könnten.

Quelle: RP
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