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Himmelgeist
Das Ende der Himmelgeister Kastanie

Himmelgeist: Das Ende der Himmelgeister Kastanie
Der Baum ist krank. So kahl sieht die Himmelgeister Kastanie aktuell aus, während die Bäume im Hintergrund sattes Grün tragen. FOTO: Günter von Ameln (vam)
Himmelgeist. Der Baum trägt keine Blätter, deshalb soll es im Herbst Gespräche über das weitere Vorgehen geben.

Schon von weitem traut der Spaziergänger seinen Augen nicht. Die berühmte Himmelgeister Kastanie, der prachtvolle Baum mit eigener Postadresse, er ist krank. So krank, dass er mitten im Hochsommer nur noch an einem Ast wenige Blätter trägt, und auch die sind welk. Die Himmelgeister Kastanie, die als Solitär im Rheinbogen steht, ist von einem Pilz befallen, und auch die Kastanien-Miiermotte macht ihr zu schaffen. Es wurde viel getan, um den schätzungsweise 150 Jahre alten Baum zu retten. Doch nun scheint sein Ende nahe.

"Andere Kastanien, die an Alleen, Straßen oder im Park stehen und sich in einem solchen Zustand befinden, hätten wir schön längst gefällt", sagt Silke Wiebrock vom städtischen Gartenamt.

Doch der Solitär im Rheinbogen, der seit Jahren liebevoll vom Freundeskreis Himmelgeister Kastanie gepflegt und gehegt wird, bekam eine Sonderbehandlung. Bereits im November 2013 hat ein Experte, ein so genannter Baumdoktor, die Kastanie behandelt und sie mit einem anderen, speziellen Gegen-Pilz geimpft - als lebenserhaltene Maßnahme. Genutzt hat die ganze Aktion nichts. Da gilt auch für die anderen Rettungsversuche, wie die Zugabe spezieller nährstoffreiche Substrate, um den Baum zu erhalten.

Das bestätigt auch das Gartenamt. Silke Wiebrock ergänzt: Viele Äste seien tot. Die Bänke rund um die Kastanie sind weggeräumt, weil es zu gefährlich ist, darunter zu sitzen. Der Baum, der einen relativ kurzen Stamm besitzt und einen beachtlichen Durchmesser von 1,30 Meter hat, ist an Seilen abgesichert. Deshalb hielt er auch dem Pfingstorkan "Ela" stand. Doch er hat keine Zukunft. "Alte Bäume können urplötzlich umkippen, sagt Förster Dankwart von Dörnberg. Doch die Kastanie ist abgesichert. Die fällt nicht einfach um.

Was mit dem Baum passiert ist noch unklar. Das Gartenamt will sich im Herbst mit dem Eigentümer des Grundstücks und somit auch Eigentümer des Baumes sowie mit Vertretern des Freundeskreises zusammensetzen, um das weitere Vorgehen besprechen.

Gesund und im prachtvollen Grün erscheint dagegen die kleine Schwester der Kastanie, die nur wenige Meter entfernt steht.

(wa.)
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