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Himmelgeist/Itter
Deichabschnitt im Rheinbogen wird ab 2019 erneuert

Himmelgeist/Itter. Der Stadtentwässerungsbetrieb stellte den Bürgern die Planungen für den Ausbau des Hochwasserschutzes im Rheinbogen vor. Von Maximilian Krone

Gut, dass es Statistiken gibt. Eine davon besagt, dass Düsseldorf im Durchschnitt nur alle 350 Jahre von einem extrem schweren Hochwasser getroffen wird. Das letzte Mal, dass der Rhein einen Pegelstand von über elf Meter erreichte war 1926. Für den Mickelner- und den Itterdeich wäre dieser Pegelstand bereits mehr als kritisch. Bis ein langes Stück des Deichsystems im Düsseldorfer Süden soweit ertüchtigt wird, dass es große Teile des Stadt Südens auch vor einem Bemessungshochwasser von 11,75 Meter schützen kann, dauert es noch bis mindestens 2021.

Der zuständige Stadtentwässerungsbetrieb stellte der Öffentlichkeit am Dienstagabend im Benrather Rathaus nun seine Pläne für den Ausbau der Deiche auf einem rund 2,4 Kilometer langen Teilstück vom Campingplatz am Wiedfeld bis zum Schloss Meierhof vor. Gebaut werden soll ab Herbst 2019.

So lange dauert es, bis alle notwendigen Planungen abgeschlossen und Beschlüsse eingeholt worden sind. An anderen Stellen, beispielsweise im Himmelgeister Ortskern ist man bereits weiter. Dort blockieren aber Klagen von Anwohnern den Beginn der Bauarbeiten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes für tausende Bewohner.

Während dort zum Teil mit einer Mauer für den notwendigen Schutz gesorgt werden soll, soll der nun vorgestellte Abschnitt zum größten Teil ein neuer Erddeich werden. "Wir werden dazu den alten Deich jeweils im Sommer Stück für Stück abtragen und durch den neueren, breiteren und höhern, ersetzen", sagt Kornelia Keilig vom Stadtentwässerungsbetrieb.

Geplant ist, jeweils 300 Meter zu entfernen und wieder neu aufzuschütten. Dazu werden während der Bauzeit etwa 25.000 Lkw-Ladungen Erdreich bewegt. "Rund 60 Prozent des alten Erdreiches werden wir wiederverwerten", sagt sie. Während der Arbeiten wird der Aushub auf Baustelleneinrichtungszonen in der Nähe des Bauareals zwischengelagert. Die größte befindet sich zwischen der Kleingartensiedlung und dem Campingplatz. Es ist der letzte Teilabschnitt, der am Deichsystem, das vom Brückerbach bis zum Reisholzer Hafen reicht, in Angriff genommen wird.

Beide Deiche sind stark in die Jahre gekommen und konnten bereits beim Hochwasser im Jahr 1995 nur mit Mühe befestigt werden. Denn der Mickelner Deich wurde im Jahr 1905 errichtet, der Itterdeich noch von Napoleon in Auftrag gegeben. Damit die Baustellenfahrzeuge zu den Deichen gelangen können, werden Wege und Trampelpfade zu breiten Straßen ausgebaut, auf denen die schweren Lkw fahren können.

Das sorgte für Kritik bei Anliegern, die neben Lärm durch die vielen Baufahrzeuge auch den Ackerboden in Gefahr sehen, der durch den Bau von Straßen und Baustelleneinrichtungszonen auf Jahre unbrauchbar werde. Die Stadt versprach aber, die Straßen nach Beendigung der Arbeiten wieder zurückzubauen.

Auch eine Lärmbelastung solle vermieden werden. "Die Lkw werden nicht durch Himmelgeist rollen, sondern von der Münchener Straße über entlang des Wiedfeldes das Areal anfahren", sagt Kornelia Keilig.

Quelle: RP
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