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Himmelgeist
Die Himmelgeister Kastanie ist tot

Himmelgeist. Derzeit wird über die Zukunft des toten Baums verhandelt. Schüler sammelten derweil - wie auch in den vergangenen Jahren - wieder Laub, allerdings vom Jung-Baum und schützten ihn so vor einem Schädlingsbefall. Von Maximilian Krone

Noch vor einigen Jahren sammelten Schüler rund um die Himmelgeister Kastanie ganze Autoladungen voll Laub zusammen. In diesem Jahr waren es nur noch wenige Säcke. Der Grund: Die Kastanie mit eigener Postanschrift ist tot. "In diesem Jahr trug sie kein einziges Blatt, von einer Frucht ganz zu schweigen", sagt Andreas Vogt vom Freundeskreis der Himmelgeister Kastanie. Dass die Schüler bei der traditionellen Laubsammel-Aktion überhaupt etwas zu tun hatten, lag an der 2007 gepflanzten kleinen Kastanie in direkter Nachbarschaft zum alten Baum.

Für Baumgeist Andreas Vogt bedeutet die Aktion die Möglichkeit, den Schülern die Natur näher zu bringen und sie gleichzeitig beim Schutz der neuen Kastanie einzubinden, denn das Laub hat es im wahrsten Sinne in sich. "Im Laub befindet sich die Miniermotte, die wir für das Absterben der alten Kastanie verantwortlich machen, daher muss es so schnell wie möglich entfernt werden", sagt Vogt. Unterstützung bekommt er dabei vom Gartenamt, das den Abtransport und die Entsorgung übernimmt. "Durch das Laub besteht immer die Gefahr, dass der Baum sich sozusagen infiziert, daher wird es eingesammelt und schließlich verbrannt", sagt Roger Behr vom Gartenamt. Eine normale Kompostierung komme dabei nicht in Frage, da dabei auch die Gefahr der Verbreitung des Schädlings bestünde.

Dementsprechend gründlich waren dann auch die Schüler, die sich mit Rächen ausgerüstet ans Werk machten, jedes Blatt einsammelten und in einen Sack bugsierten. Viele von ihnen haben bei der Aktion - die es bereits seit 2007 gibt - schon mal mit gemacht und kennen sich aus, so dass Andreas Vogt zu Beginn gar nicht mehr viel erzählen muss. Nachdem auch der letzte Sack im Auto von Roger Behr verstaut war, ging es für die Schülertruppe noch zur Stadtbäckerei, die - quasi als Belohnung für die getane Arbeiten - jedem Schüler einen Weckmann schenkte.

Wie es mit der über 200 Jahre alten Kastanie weiter geht, steht noch nicht fest. Derzeit befindet sich der Freundeskreis laut Andreas Vogt in Gesprächen mit dem Eigentümer und der Stadt über die Zukunft des Baumes. "Wir wissen noch nicht genau, was passiert, nur, dass der Baum tot ist. Ich rechne im Dezember damit, dass wir eine Lösung präsentieren", sagt Vogt. Die Gefahr besteht besonders darin, dass die toten Äste des Baumes abbrechen und runterfallen. "Im schlimmsten Fall bricht uns der Baum komplett zusammen, was für Fußgänger gefährlich werden könnte", sagt Vogt.

Quelle: RP
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