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Himmelgeist
Gärtnerei Stoffels schließt am Monatsende

Himmelgeist. Die Gärtnerei in Himmelgeist muss nach mehr als 100 Jahren ihren Betrieb aufgeben. Bis zum 30. Juni haben Kunden noch die Chance, die letzten Pflanzen und Töpfe zu kaufen. Danach ist Schluss. Von Marie Dawin

Die roten Rabattschilder kleben an zahlreichen Pflanzen, Kerzen, Blumentöpfen aber auch an Weihnachts- und Osterdekoration. Ob 15, 20 oder 25 Prozent, zurzeit gibt es in der Gärtnerei Stoffels Tiefpreise. Doch so schön die Angebote auch klingen, der Grund für die starken Reduzierungen ist alles andere als erfreulich. Denn nach mehr als 100 Jahren schließt der bekannte Familienbetrieb zum Ende des Monats.

Eine Erklärung für die plötzliche Aufgabe ihres Geschäftes liefert die Gärtnerei auf ihrer Website: "Wir haben Sie, unsere Kunden immer fachmännisch beraten und so für bunte Gärten und Balkone in Düsseldorf und Umgebung gesorgt. All unser Einsatz und unsere Liebe zum Beruf haben uns jedoch in den letzten Jahren gesundheitlich stark gefordert. Wir schließen aus diesem Grund unseren Verkauf zum 30. Juni."

Auf Facebook zeigen sich zahlreiche Kunden überrascht von der Schließung. Viele sind traurig über das Ende des langjährigen Traditionsbetriebes. So auch Gianni Mattei, der neben der Gärtnerei einen kleinen Eiswagen betreibt. "Ich kenne die Familie seit vielen Jahren. Es ist sehr schade, dass sie nach so langer Zeit nun schließen müssen", sagt er. Dass sich Stoffels im Umbruch befindet, ließ sich bereits seit längerer Zeit erahnen. In einem Interview mit unsere Zeitung berichtete Inhaber Karl-Josef Stoffels vor zehn Monaten von der Verkleinerung seines Betriebes.

Die Fläche mit den alten Gewächshäuser gab er damals an die Stadt ab. Der Bebauungsplan für das Neubaugebiet "Am Scheitenwege-Süd" bewegte ihn unter anderem zu diesem Schritt. "Das wäre ganz nah an unseren Betrieb und die Gewächshäuser gerückt. Es ist aber auch ein bisschen eine wirtschaftliche Entscheidung. Die Gartenbaubetriebe stehen nicht mehr so gut da wie vor ein paar Jahren", so Stoffels. Doch von einer Schließung war vergangenes Jahr nicht die Rede.

Dass das Bauprojekt für die Aufgabe des Geschäfts verantwortlich ist, schließt der stellvertretender Bezirksbürgermeister Udo Skalnik (SPD) ohnehin aus: "An dem Umfang des Bebauungsplanes hat sich nichts geändert. Die Gärtnerei hätte deshalb nicht zumachen müssen."

Und so sieht alles danach aus, als wären die gesundheitlichen Probleme der ausschlaggebende Grund für die anstehende Geschäftsauflösung. Bereits vor zehn Monaten berichtete Karl-Josef Stoffels von starken Rückenproblemen und einem dritten Bandscheibenvorfall.

Auch das war neben dem Bebauungsplan und wirtschaftlichen Aspekten ein Punkt, der den Inhaber zu der Verkleinerung veranlasste: "Nach der zweiten Operation war ich davon überzeugt, das wird alles wieder wie früher. Wird es aber nicht."

Karl-Josef Stoffels war gestern nicht zu erreichen. Seine Frau Annemarie bestätigte aber die Gesundheit als Grund für die Schließung: "Diese Art der Arbeit ist für uns leider nicht mehr zu meistern. Deshalb haben wir schweren Herzens diese Entscheidung getroffen. Einen Nachfolger gibt es nicht."

Quelle: RP
 
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