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Himmelgeist/Itter
Im Festzelt feiern Neu- und Alt-Himmelgeister zusammen

Himmelgeist/Itter. Ausgelassene Stimmung herrschte bei der großen Karnevalssitzung der Närrischen Frauen Himmelgeist. Von Ina Armbruster

Die schwarze Perücke sitzt, der weite Rock schwingt, wie er soll. Gelassen wartet Marcus Tiepel in der Umkleidekabine auf seinen Auftritt. Aufgeregt ist er längst nicht mehr, schließlich ist er Gründungsmitglied des Männerballetts "Himmelgeister Körperwelten" und hat somit seit sechs Jahren Routine. "Was wir nicht können, lernen wir jetzt sowieso nicht mehr", sagt er lachend.

Er ist nur ganz froh, dass er als Spanierin verkleidet zu "La isla bonita" die Hüfte schwingen darf. Harmlos, findet er. "Die Gruppe nach uns kommt als Senioren mit Rollatoren und Krücken auf die Bühne, in OP-Hemden und Windeln", verrät Tiepel. Protest gegen die Kostüme helfe wenig, witzelt er. Die Trainerinnen - Cordula Schmidt und ihre Schwester Sabine - setzen ihre ausgefallenen Ideen immer durch. Der Erfolg gibt ihnen recht. Die tanzenden Männer sind jedes Jahr einer der Höhepunkte der Karnevalssitzungen der Gesellschaft "Närrische Frauen Himmelgeist" - so auch bei der großen Karnevalssitzung im Schützenzelt in Itter am Samstag.

Allerdings bleibt auch beim "Unglaublichen Heinz" kein Auge trocken. Bei den Düsseldorf-Liedern der "Jolly Family" hält es die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen. Der Cowboy tanzt mit der Hippie-Frau, und der Musketier schunkelt mit dem Piraten nebenan. Ein Blick auf die Kostüme lohnt sich, schließlich sind darunter so ausgefallene wie ein Pfau, ein Swimmingpool und ein Vincent van Gogh im Bilderrahmen.

Während die Stimmung im Zelt bereits kocht, heißt es für die Männer erst einmal: warten. Eigentlich ist ihr Auftritt für die erste Programmhälfte geplant, doch dann stehen bereits die Rheinfanfaren und das Prinzenpaar vor der Tür. "Das sind Gruppen, die im Anschluss sofort weiter müssen. Uns macht es nichts aus, wenn unser Auftritt sich verzögert", erklärt Tiepel. Bei einem Biwak des Schützenvereins in Himmelgeist ist die Idee zum Männerballett vor etwa sechs Jahren entstanden. Inzwischen sind mehr als 20 Männer mit von der Partie - viele von ihnen Schützen aus Himmelgeist und den Nachbar-Stadtteilen. Ab Oktober trainieren sie jeweils in drei Gruppen für die Auftritte. "Wir sind eine tolle Truppe. Der Jüngste ist 19, die ältesten um die 50. Sogar Vater und Sohn machen zusammen mit", erzählt Tiepel. "Außerdem sind einige aus dem Neubaugebiet dabei. Das ist eine gute Möglichkeit, Alt-Himmelgeister kennenzulernen und Kontakte im Stadtteil zu knüpfen."

Mit etwas Verspätung geht es doch noch auf die Bühne - kreischend umjubelt von den Damen im Publikum. Vor allem beim gemeinsamen Auftritt aller drei Gruppen in sexy Netzhemden. Gegen dieses Kostüm haben die Frauen sicher nichts einzuwenden.

Quelle: RP
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