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Himmelgeist
Mit der Himmelgeister Kastanie geht's zu Ende

Himmelgeist. Es ist Tradition, dass im November die große Laubaktion an der Himmelgeister Kastanie stattfindet. Am Freitag, 13. November, wollen die Kinder der Astrid-Lindgren- und der St.-Apollinaris-Schule beim Aufsammeln helfen. Beide Schulen unterstützen die Aktion seit Jahren. Von Birgit Wanninger

Doch sie werden nur das Laub unter der kleinen Kastanie sammeln. Denn die große, das Naturdenkmal, ist kahl. Die alte Kastanie, die unter dem besonderen Schutz des Freundeskreises "Himmelgeister Kastanie" steht, trägt schon lange keine Blätter mehr. Denn sie ist krank. Todkrank. Manche behaupten sogar, dass sie bereits tot ist.

Der Eigentümer, die Arenberg-Schleiden GmbH, der Freundeskreis und das städtische Gartenamt haben sich vor kurzem zusammengesetzt, um über die Zukunft des Baumes zu beraten. Man sei zu einer Lösung gekommen, die alle zufriedengestellt habe, sagt Andreas Vogt, Baumgeistsekretär des Freundeskreises Himmelgeister Kastanie. Doch konkret wird er nicht. Auch die Arenberg GmbH sagt nichts. Das Gartenamt möchte sich "zu gegebener Zeit" äußern. Momentan werde noch geprüft, wie man weiter vorgehen will, heißt es bei der Stadtverwaltung. Demnach steht wohl noch nicht fest, ob der Baum gefällt werden soll. "Es wird noch geprüft", sagt Thomas Eberhard-Köster, stellvertretender Leiter des Gartenamtes.

Der Baum, der einen relativ kurzen Stamm besitzt und einen beachtlichen Durchmesser von 1,30 Meter hat, ist mit Seilen abgesichert. Wohl auch nur deshalb hielt er dem Pfingstorkan "Ela" stand. Die Bänke rund um die Kastanie sind nicht mehr vorhanden, weil es zu gefährlich ist, darunter zu sitzen.

Derweil bietet die alte Kastanie ein trauriges Bild. Der einst so prachtvolle Baum mit eigener Postadresse trug schon im Hochsommer nur noch an einem Ast wenige Blätter, und auch die waren welk. Die Himmelgeister Kastanie, die als Solitär im Rheinbogen steht, ist von einem Pilz befallen, und auch die Kastanien-Miniermotte macht ihr zu schaffen. Es wurde viel getan, um den schätzungsweise 150 Jahre alten Baum zu retten.

Die Kastanie genießt seit langem eine Sonderbehandlung. Wohl auch, weil es sich um ein Naturdenkmal handelt. Deshalb kam bisher für Pflege und Erhaltung des Baumes nicht der Eigentümer auf, sondern die Stadt. Und die zahlt auch die anfallenden Kosten.

Vor zwei Jahren hat beispielsweise ein Experte, ein so genannter Baumdoktor, die Kastanie behandelt und sie mit einem Pilz geimpft - als lebenserhaltende Maßnahme. Genutzt hat die ganze Aktion nichts. Das gilt auch für die anderen Rettungsversuche, wie die Zugabe spezieller nährstoffreicher Substrate, um den Baum zu erhalten.

Glücklicherweise gibt es ja noch die kleine Kastanie. Die steht sozusagen gleich nebenan. Der kleine Baum, der 2007 gepflanzt wurde, ist zur Zeit noch in voller Blätterpracht. Die leuchten im knalligen Gelb schon von weitem den Spaziergängern zu. Unter diesem Bäumchen können dann die Kinder im November Laub sammeln.

Quelle: RP
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