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Himmelgeist
Teilnehmerrekord beim Halbmarathon trotz Hitzewelle

Himmelgeist: Teilnehmerrekord beim Halbmarathon trotz Hitzewelle
Sprühschlauch zur Läuferbewässerung: Wasser war bereits nach zwei Kilometern sehr gefragt beim Himmelgeister Halbmarathon. FOTO: Günter von Ameln
Himmelgeist. Nicht alle der 1200 angemeldeten Läufer traten beim 12. Himmelgeist Halbmarathon an, doch die meisten kamen trotz Hitze auch ins Ziel.

Gegen die Hitze hatte an diesem Morgen wohl jeder sein eigenes Rezept. Eine Läuferin hatte sich einen Schwamm unter die Träger ihres Tops geklemmt, ein anderer drehte unter einer Gartendusche am Wegesrand eine kleine Extrarunde. Alex Schilling, Pressesprecher des Tischtennisvereins Borussia, setzte auf Sport-Kompressionsstrümpfe: "Ich habe sie das erste Mal ausprobiert. Die Venen müssen bei dem Wetter viel arbeiten und mit den Strümpfen bleibt das Blut besser im Fluss", sagte er. Wegen des Wetters gar nicht erst mitzulaufen, wäre für ihn nicht infrage gekommen. "Das ist eine sehr schöne Strecke und ich bin schon zum sechsten Mal dabei. Dass ich heute etwas langsamer laufe als sonst, war klar", sagte er.

So ging es bei Temperaturen bis zu 38 Grad wohl den meisten. Kaum jemand legte es darauf an, seine persönliche Bestzeit unter diesen Bedingungen zu schaffen. Auf die Vernunft der Teilnehmer setzten auch die Organisatoren der Laufgemeinschaft Himmelgeist. "Wir haben im Vorfeld lange diskutiert, ob wir den Lauf absagen sollen oder nicht. Letztendlich wollten wir die Leute, die sich schon lange darauf gefreut haben, nicht enttäuschen", sagte Walter Schuhen, Sprecher der LG Himmelgeist. "Für uns ist es das Wichtigste, dass alle Läufer heil wieder ankommen." Und dafür taten sie, was sie konnten.

Die Wasservorräte für die Verpflegungsstationen wurden kurzerhand am Samstag aufgestockt, die Anwohner gebeten, Gartenduschen am Wegesrand aufzustellen. "Außerdem haben wir uns entschieden, eine kürzere Route anzubieten. Die Läufer konnten sich nach etwa fünf Kilometern entscheiden, ob sie die den Halbmarathon laufen oder eine Abkürzung nehmen", so Schuhen. Alfred Herda war froh über diese Option. Er war einer von etwa 40 Läufern, die die elf statt mehr als 20 Kilometer gelaufen sind: "Hitze hätte mir nicht so viel ausgemacht, aber heute kam die hohe Luftfeuchtigkeit dazu. Da hat dann die Vernunft gesiegt." Herda freute sich über Einsatz der Himmelgeister für die Läufer: "Gegen Ende der Strecke standen etwa an jedem zehnten Haus Duschen oder Rasensprenkler. Das hat unheimlich gut getan."

Einem hat das Wetter allerdings gar nichts ausgemacht: Lauf-Profi Andre Pollmächer schaffte mit einer Zeit von unter einer Stunde und zwölf Minuten einen neuen Streckenrekord. Bis Kilometer 14 lief er gemeinsam mit dem Schotten Nikki Johnstone. Als Pollmächer merkte, dass er genügend Energie hatte, den bisherigen Streckenrekord zu brechen, zog er allerdings davon.

Schuhen wunderte diese Leistung nicht: "Er trainiert unter anderem in Kenia. Solche Temperaturen sind für ihn also normal." Schuhen freute sich, dass der Himmelgeister Lauf Profis und Hobbyläufer gleichermaßen anzieht. Auch den Frauen waren bekannte Namen der Laufszene mit von der Partie. Silke Optekamp siegte bereits zum vierten Mal. Insgesamt kamen 789 Läufer ins Ziel - ein neuer Rekord für Himmelgeist.

Die Gewinner des 12. Himmelgeist Halbmarathons:

Frauen: 1. Silke Optekamp, PSV Grün-Weiß Kassel, 1:28:31, 2. Anja Hanf, Running Team Grafenberg, 1:41:10, 3. Susanne Eckai-Nicolaus, 1:42:57

Männer: 1. Andre Pollmächer, Rhein-Marathon Düsseldorf e.V., 1:11:49, 2. Nikki Johnstone, ART Düsseldorf, 1:14:07, 3. Josef Kantor, LG St. Paul, 1:20:43

(arm)
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