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Holthausen
Beeinflusst vom japanischen Tanz

Holthausen. 21 abstrakte Bilder des Düsseldorfer Künstlers Wolfgang Schäfer sind ab heute in der Ausstellungshalle Werfthalle 77 im Reisholzer Hafen zu sehen. Heute Abend gibt es eine Performance zur Eröffnung. Von Bernd Schuknecht

Der Titel von Wolfgang Schäfers Ausstellung "Genau nicht auch anders" klingt ein wenig nach Grönemeyerscher Wortspielerei. Aber genau dieses kurze Innehalten und Reflektieren über den auch mehrdeutigen Sinn macht auch den Reiz und letztlich auch Essenz der insgesamt 21 in der Werfthalle 77 ausgestellten abstrakten Bilder des Düsseldorfer Künstlers aus.

Schäfer, als Künstler engagierter Vertreter von Malerei als Aktion - als die direkte Umsetzung klanglicher wie theatralischer Impulse in die Bildentstehung - ist als Vorstand der Stiftung Weltkunstzimmer (ehemals Hans-Peter-Zimmer-Stiftung) auch als Kunstmanager tätig. "Ich habe mich aber bewusst für andere Räumlichkeiten für meine Ausstellung entschieden, da ich einerseits die Stiftung nicht als Forum für eigene Arbeiten nutzen möchte, andererseits die Ausstellungshalle hier im Reisholzer Hafen ideale Voraussetzungen bietet, großformatige Bilder zu präsentieren", erklärt Schäfer, der an der Düsseldorfer FH Grafik und Illustration studiert hat.

Frühe Arbeiten des 59-Jährigen gehorchen in ihrer Farbauswahl noch dem Diktat hell leuchtender Frische, und über das später angesagte Ultramarin tendiert Schäfers Farbsprache dann mit der Zeit vermehrt zu dunkleren Tönen, bei denen das Weiß der Weisheit manchmal nur einen kleinen Hoffnungsschimmer reflektiert. Im Gegenzug vermitteln Pinselstrich und auch schon mal Quast-Fläche eine größere Dynamik. Bezog sich Schäfer Anfang der 1980er Jahre zu Beginn seiner Aktionsmalerei noch auf Jazzklänge und -tanz, so avancierte später der japanische Butoh-Tanz mit seinen eher meditativen Bewegungen und Darstellungsformen zur maßgeblichen Inspirationsquelle bei der ewigen Geheimnisentschlüsselung von Geburt, Leben und Tod über Farbe, Klang und Bewegung als künstlerische Ausdrucksformen.

Am heutigen Samstag, 20. Juni, kann sich das Publikum mittels einer Butoh-Group-Performance, die Schäfer gemeinsam mit Sabine Seume entwickelt hat und an der noch fünf weitere Butoh-Darstellerinnen teilnehmen, jene ausdruckstänzerisch spannenden Impulse erlebt werden, die so signifikant die Malerei Schäfers beeinflussen.

Quelle: RP
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