| 00.00 Uhr

Holthausen
Bundestag ermöglicht USA-Aufenthalt

Holthausen: Bundestag ermöglicht USA-Aufenthalt
Olivia Pieczewski erfährt erst kurz bevor die Reise los geht, wo in den USA sie die nächsten zehn Monate verbringen wird. FOTO: Olaf Staschik
Holthausen. Durch das "Parlamentarische Patenschafts-Programm" besucht die 15-jährige Olivia Pieczewski zehn Monate eine amerikanische High-School und ist in dieser Zeit Botschafterin Deutschlands. Ausgesucht wurde sie von Sylvia Pantel. Von Paul Küchler

Alaska, Idaho, New York oder doch Kalifornien? Für die 15-jährige Olivia Pieczewski aus Holthausen werden die nächsten drei Wochen spannend, denn dann stellt sich heraus, wo ihre künftige Gastfamilie lebt. Sie nimmt am Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestags teil und erfährt in den nächsten Tagen, wo sie anschließend zehn Monate in den USA verbringen wird. Das Stipendium mit dem Ziel, ein Netzwerk zwischen deutschen und amerikanischen Jugendlichen herzustellen, bietet Olivia wichtige Möglichkeiten: Sie wird unabhängig, verbessert ihr Englisch und lernt, was es heißt "the American way of life" zu leben.

"Ich kann das alles noch gar nicht glauben, für mich ist das nicht real", erzählt Olivia und lacht. Die Schülerin des Gymnasiums an der Koblenzer Straße würde nach den Sommerferien in die zehnte Klasse kommen, würde, denn sie ist eine der wenigen, die das Stipendium für das PPP erhalten haben. "Am 6. August geht es endlich los. Alle Teilnehmer des Programms treffen sich am Frankfurter Flughafen und wir beginnen gemeinsam unsere Reise."

Eine Reise, auf der die 15- Jährige über sich selbst hinaus wachsen will. "Was ich jetzt erfahre, werden andere mit 20 oder vielleicht sogar nie erleben", meint die Schülerin. Ihre "Patin", die Bundestagsabgeordnete aus dem Düsseldorfer Süden, Sylvia Pantel, stimmt ihr zu. Die CDU-Politikerin wählte Olivia als Stipendiatin aus ihrem Wahlkreis: "Ganz bewusst, denn sie ist ein weltoffenes Mädchen und hat es wirklich verdient." Das Bewerbungsverfahren sei nicht einfach, erzählt Olivia. Man müsse sich als erstes online oder per Post mit einer Bewerbungskarte aus einem der Flyer bewerben. Danach bekomme der Bewerber von einer der Austauschorganisationen die vollständigen Bewerbungsunterlagen. "Die auszufüllen hat bei mir knapp vier Stunden gedauert", erinnert sich Olivia lachend. "Wenn man das alles hinter sich hat, besteht die Chance, zu einem Auswahlverfahren bei der Organisation eingeladen zu werden. Wer auch das schafft, darf dann mit seinem Paten, also dem Abgeordneten, ein abschließendes Auswahlgespräch führen. Da war ich unglaublich nervös."

Die Auswahlkriterien sind streng: Neben Altersbeschränkungen muss der Bewerber seinen ersten Wohnsitz in Deutschland haben und darf seine Schulbildung noch nicht abgeschlossen haben.

Wie sie überhaupt von dem Programm erfuhr? "Ich war mit meinem Vater auf einer Schüler-Informationsmesse im Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium. Da habe ich an einem Stand von dem Programm erfahren und war hellauf begeistert", erzählt die Schülerin.

Am Anfang seien ihre Eltern skeptisch gewesen, berichtet Olivia. Durch Erzählungen und Erfahrungsberichte von ehemaligen Teilnehmern habe sie die letzten Zweifel aber ausräumen können. Nach dem Bewerbungsmarathon kam im Februar die Zusage. "Ich habe es am Anfang nur wenigen erzählt. Ich gehöre eben nicht zu den Leuten, die mit so etwas angeben", meint die Stipendiatin.

Klar gebe es auch neidische Mitschüler, etwa die, die ein Auslandsjahr auf eigene Kosten machten, und mal eben mehrere tausend Euro dafür ausgeben würden, erzählt sie. "Ich lasse mir aber von niemandem etwas schlecht reden. Das wird die Zeit meines Lebens."

Jetzt ist Olivia junge Botschafterin ihres Landes - eine einfache Aufgabe? "Ich möchte meiner Gastfamilie und meinen zukünftigen Mitschülern Deutschland näher bringen. Viele wissen gar nicht, was auf der anderen Seite des Atlantiks passiert, wie wir sind. Ich möchte zeigen, dass wir nicht so anders denken, wie viele vielleicht glauben", erklärt Olivia.

Eine Aussage, die Sylvia Pantel vollkommen unterstützt. "Ich fördere junge Menschen, auch, wenn es für mich mehr Arbeit bedeutet. Unsere Zukunft liegt in den Händen der nächsten Generation. Olivia wird in den USA eine wichtige Zeit für ihre Entwicklung erleben." Die 15-Jährige bekräftigt: "Ich will über meinen eigenen Horizont hinauswachsen, mich weiterentwickeln. Wenn das bedeutet, ich sehe meine Familie für ein knappes Jahr nicht, dann nehme ich das in Kauf."

Nun müsse sie aber erstmal packen, erklärt sie lachend. "Ich weiß zwar nicht, wo meine Gastfamilie wohnt, aber ich werde ihnen deutsche Schokolade und Gummibärchen mitbringen - als erstes Zeichen unserer neuen, deutsch-amerikanischen Freundschaft." Deutsche Süßigkeiten werden bestimmt alle mögen, erklärt Olivia Pieczewski und lacht. Egal ob in Alaska, Idaho, New York oder Kalifornien.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Holthausen: Bundestag ermöglicht USA-Aufenthalt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.