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Holthausen
Das Auge macht das Bild - nicht die Kamera

Holthausen: Das Auge macht das Bild - nicht die Kamera
Fotograf Frank Simon vor seiner Porträtserie in der Galerie Töchter & Söhne an der Reisholzer Werftstraße FOTO: Anne Orthen
Holthausen. Vernissage der Foto-Ausstellung von Frank Simon in der Galerie Söhne & Töchter in der Reisholzer Werftstraße

Großer Andrang herrschte zur Vernissage der Fotoausstellung mit Arbeiten von Frank Simon in der Galerie Söhne & Töchter im Reisholzer Hafen. Wenn auch nicht offiziell, so bereichert die thematisch vielschichtig aufgestellte Ausstellung als Off-Location doch das "Photo-Weekend", das gleichzeitig startete. "Das Auge macht das Bild - nicht die Kamera", lautet das künstlerische Credo von Simon, der in Jena geboren wurde, in Köln sein Studium der Kunsterziehung mit Malerei und Fotografie abschloss. Er verdiente sein Geld als TV-Journalist und Autor und engagierte sich bei der Gründung der Düsseldorfer Filmwerkstatt.

Auf seinen zahlreichen Reisen hatte er stets seine Kamera dabei - immer auf der Suche nach der idealen Konstellation zwischen Motiv und interpretierendem Blickwinkel. "Auch wenn ich heute digital fotografiere, so bin ich doch in der Dunkelkammer groß geworden", sagt Simon. Damit unterstreicht er, dass es ihm auf das Motiv ankommt, und er eine spätere Bildbearbeitung auf ein Minimum reduziert.

Die Ausstellung enthält unterschiedliche Segmente. In dem Kapitel "Strukturen" geht es um strenge Formen, wie Kreuze, die dem Verfall durch Oxydation ausgesetzt sind, und so gleichsam zu Mahnmalen der Vergänglichkeit werden. Aber auch um aufgelöste Strukturen, wie die Fahrstreifen einer Autobahn aus der Vogelperspektive oder die durch Wellenbewegung zerfließenden Fugenlinien eines Swimmingpools. "Ich sehe dich, wie du dich siehst", könnte das Portrait der jungen Chinesin Xiaomeng, die von sich ein Selfie aufnimmt, auch betitelt werden. Auf den Spuren von Ikonen der Konsumgesellschaft wandelt Simon mit dem Bild einer alten Coca-Cola-Flasche, das eine besondere Magie entwickelt, weil der Schriftzug nicht mittig aufgenommen wurde, sondern leicht nach links aus dem Bild hinausläuft. Aber dies ist für den Betrachter nur eine Überraschung unter vielen.

Die Ausstellung ist bis zum 31. März täglich (außer freitags) von 12 bis 17 Uhr zu besichtigen. Zudem kann ein persönlicher Besichtigungstermin unter der Tel.-Nr. 0160-2137080 vereinbart werden.

(schk)
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