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Holthausen
Die Kunst einfach umdrehen

Holthausen. ,,Hello From The Other Side" lautet der Titel der Ausstellung von C.U. Frank, die gestern Abend in der Galerie Töchter & Söhne im Reisholzer Hafen eröffnet wurde. Von Bernd Schuknecht

Unter dem durchaus programmatisch zu verstehenden Ausstellungstitel ,,Hello From The Other Side", zeigt C.U. Frank in der Galerie Töchter & Söhne im Reisholzer Hafen seit gestern, eine Auswahl von knapp 40 Arbeiten unterschiedlicher Formate. Die in Bamberg geborene Künstlerin, ist seit 1994 in Düsseldorf tätig und Mitglied des Künstlervereins Kunst im Hafen, hat die Bilder zwischen 2001 und 2014 geschaffen. Somit verfügt die Ausstellung durchaus über den Charakter einer künstlerischen Retrospektive.

Beim Ausstellungstitel ,,Hello From The Other Side" fällt auf, dass hier zwei Klassiker der amerikanischen Rockband The Doors, ,,Hello, I Love You" sowie ,,Break On Through (To the Other Side)", zusammengefügt wurden. Inhaltlich geht es der Künstlerin, die in Würzburg Kommunikationsdesign studiert hat, wie auch den Doors, um das Abenteuer zwischenmenschlicher Kommunikation und die Offenheit, zum Zwecke der Bewusstseinserweiterung auch schon mal den Durchbruch zu gegensätzlichen Überzeugungen und Standpunkten zu wagen.

,,Right side, right sight?", aus dem Zitat aus einer Einführung von Klaus Flemming, ehemaliger Leiter der Kunsthalle Köln und des Museums Gelsenkirchen, leitet C.U. Frank ihr künstlerisches Credo ab. Ist das Vordergründige, was uns gefällig präsentiert wird, eigentlich auch immer das Richtige?, hinterfragt die Künstlerin mit einer ebenso einfachen wie verblüffend wirksamen Methode. Ganz bewusst hängt sie ihre Bilder mit der Rückseite zum Betrachter hin auf. Nur eine Seite für die Darstellung war ihr nie genug. Mit diesem Wechsel der Perspektive, dem Blick auf das Holzgerippe, ist eigentliche Bild, nur in seinen Schemata zu erkennen. Dabei ist sie ungleich radikaler als prominente Künstlerkollegen wie etwa Georg Baselitz, der seine Bilder lediglich auf dem Kopf stehend hängt.

,,Ich mache keine gefälligen Bilder, mir geht es darum, über Irritationen Neugier zu wecken, ich möchte dass dann über Fragen eine zwischenmenschliche Kommunikation in Gang kommt", so C.U. Frank. ,,I Am Not Political" ist auf einer Arbeit zu lesen, und auch das ist ein Bekenntnis, auf das die Künstlerin großen Wert legt, denn sie will nicht dem einfachen Austausch von Argumenten das Wort reden, sondern über das Hinterfragen von Sehgewohnheiten zum Hinterfragen von Denkgewohnheiten gelangen. Grundsätzlich geht es ihr darum, dass das eigene Denken auch die Möglichkeit einräumt, dass das Gegenteil richtig sein könnte.

Wer sich auf dieses spannende künsterlerisch-intellektuelle Abenteuer einlassen will, hat dazu bis zum 30. September Gelegenheit. Die Galerie ist täglich (außer freitags) von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Zudem kann ein persönlicher Besichtigungstermin unter der Tel.-Nr. 0160-2137080 vereinbart werden.

Quelle: RP
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