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Holthausen
Ein Sprung ins wahrlich kühle Nass

Holthausen: Ein Sprung ins wahrlich kühle Nass
Kühle 26 Grad Wassertemperatur hat das Schwimmerbecken im Niederheider Bad derzeit. Ob das so bleibt, ist noch nicht geklärt. FOTO: Günter von Ameln (vam)
Holthausen. Am Mittwoch ist das Niederheider Bad wiedereröffnet worden. Gäste beschweren sich darüber, dass das Außenbecken noch nicht fertig ist und über die Wassertemperaturen. Wir haben 26 Grad gemessen. Von Paul Küchler und Andrea Röhrig

Herbert Korfmacher hat sich schon seit längerem darauf gefreut, dass das Niederheider Bad endlich wieder seine Türen öffnet. Nach einer 14-monatigen Schließung wegen aufwändiger Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten war es gestern so weit. Doch kurz nach seinem Besuch im Schwimmbad, meldete er sich telefonisch bei der RP: "Ich bin total enttäuscht. Das Außenbecken ist noch eine Baustelle."

Die verschiedenen Typen der Freibäder in Düsseldorf FOTO: Bretz, Andreas

Was ihn aber davon abhielt, auch nur einen Fuß ins Becken zu setzen, war die Wassertemperatur: "Ich habe ihn nur mal eben eingetaucht. Das war mir einfach zu kalt. Da wäre ich nur mit einem Neoprenanzug schwimmen gegangen." Er schätzt, dass es um die 24 Grad gewesen sind. Vor der Schließung war das Wasser im Schwimmerbecken des Niederheider Bades auf 28 Grad temperiert.

Um herauszufinden, wie kalt das Wasser denn nun wirklich ist, haben wir ein Badethermometer gekauft und eine Mutter gebeten, die Probe aufs Exempel gemacht. 26 Grad stand auf der Anzeige. Unserer Testperson war das Wasser übrigens ebenfalls zu kalt. Und auch sie hatte schon von vielen Beschwerden gegenüber den Bademeistern gehört. Davon berichtete auch RP-Leser Herbert Korfmacher: "Da standen Menschentrauben von Müttern mit kleinen Kindern und beschwerten sich beim Bademeister." Er will gehört haben, dass die Wassertemperatur nun immer so kalt bleiben soll.

Ralf Merzig ist Leiter der Bäderbetriebe bei der Bädergesellschaft und versuchte, ein bisschen Licht in die Temperatur-Angelegenheit zu bringen: "Wir fahren die gesamte Anlage erstmal allmählich hoch." Das bedeute, dass erstmal mit etwas niedrigeren Wassertemperaturen zum Einstieg begonnen werde, damit sich nicht direkt Feuchtigkeit an die Tragekonstruktion absetzen und das wieder zu Schäden führen könne. Das alte Tragwerk war wegen der stetigen Feuchtigkeit komplett korrodiert und galt als nicht mehr standsicher. In den kommenden Tagen soll zunächst das Wasser im Nichtschwimmer- und im Kinder-Planschbecken um zwei auf dann 30 Grad angehoben werden. Das Schwimmerbecken soll erstmal weiter mit 26 Grad betrieben werden, auch um zu schauen, was die neue Lüftungsanlage überhaupt kann. Anschließend könne man im Sinne der Badegäste überlegen, ob es im Schwimmerbereich bei 26 Grad bleibe oder wieder auf 28 Grad erhöht werde, sagte Merzig im RP-Gespräch.

Dass zur geplanten Fertigstellung zum gestrigen 1. Juli das Außenbecken noch nicht fertig war, begründete der Betriebsleiter damit, dass man die entstanden Schäden zu spät gesehen habe, um diese fristgerecht zu sanieren. "Wir sind total froh, dass das neue Bad so schön geworden ist und es mit der Sanierung über die nächsten 20 Jahre Bestand hat", betonte Merzig. Zum 1. September eröffnet auch erst die Sauna.

Als Alternative zum Niederheider Bad hatte Herbert Korfmacher direkt im Anschluss das Benrather Freibad angesteuert: "Die Menschen stauten sich vor den Kassen bis auf die Fußgängerbrücke. Die Bädergesellschaft wusste doch, dass es heute so schön wird. Warum hat sie da nicht das Kassenpersonal noch verstärkt?" Und so schenkte er sich den Besuch im Freibad.

Quelle: RP
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