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Holthausen
Feuerwehrübung mit Suchhunden

Holthausen: Feuerwehrübung mit Suchhunden
Suchhund Kira sucht unter Anleitung ihrer Hundeführerin Susann Waydhas im Kohle-Haufen nach Vermissten. FOTO: Anne Orthen
Holthausen. Großübung der Freiwilligen Feuerwehr Himmelgeist/Itter fand mit lilafarbenem Rauch im Reisholzer Hafen statt. Dabei kam auch eine Hundestaffel zum Einsatz, die nach Verletzten suchte. Von Franciska Nowak

Zehn Personen stehen vor ihren Einsatzwagen auf dem Gelände des Reisholzer Hafens. Sie tragen dunkelblaue Uniformen. Auf dem Einsatzfahrzeug, vor dem sie sich versammelt haben, steht "Rettungshundestaffel für Feuerwehren NRW". Unmittelbar unter dem Schriftzug sind zwei Hundeköpfe und eine ausgestreckte Hand abgebildet. Gemeinsam mit der Rettungshundestaffel NRW hält die Freiwillige Feuerwehr Himmelgeist/Itter am Dienstagabend eine Übung ab. Der Tenor: Im Hafen gibt es eine Explosion; ein Kran ist in Brand geraten; es soll Verletzte geben.

Die Brandbekämpfer aus Himmelgeist sind die ersten vor Ort. Sie gehen umgehend gegen die aufsteigenden Rauchwolken vor. Es handelt sich um künstlichen Rauch, der lila eingefärbt ist. Laut Übungsplan gibt es sechs verletzte Personen. Drei müssen erst noch gefunden werden. Das ist der Job der Hundestaffel. Am Brandort stehen drei Fahrzeuge der Feuerwehr, von ihnen ausgehend liegen mehrere Schläuche auf dem Boden. Hundert Meter weiter verdecken mehrere Meter hohe Kohle-Haufen die Sicht. Das Suchgebiet wird von hohen Sträuchern, Bäumen und Zäunen begrenzt. Dann ist es soweit: Die Rettungshundestaffel kommt zum Einsatz. Anton, ein kleiner Terrier, und Kira, eine wesentlich größere blonde Labrador-Dame, dürfen aussteigen.

Kiras Besitzerin Susann Waydhas macht ihren Hund einsatzbereit. Der Labrador trägt eine Warnweste für Hunde, die ihn als Rettungshund erkennbar macht und ein GPS-Halsband, das den Hundeführern ermöglicht, auf einem Display im Fahrzeug zu sehen, wo Kiras Nase bereits gesucht hat.

So ausgerüstet wird Kira von der Leine gelassen und macht sich zusammen mit Susann Waydhas auf die Suche. Klar, laut und deutlich gibt sie die Kommandos wie "Such". Was ihr Frauchen will, weiß Kira ganz genau und reagiert.

Kira gehört zur Bochumer Hunderettungsstaffel. Susann Waydhas ist erst durch ihren Hund auf die Idee gekommen, sich zum Hundeführer ausbilden zu lassen. "Zu Beginn der zweijährigen Ausbildung sind die Hunde noch im Welpenalter", erklärt Hundeführerin Petra Bartsch und ergänzt: Voraussetzungen, seinen Hund zum Rettungshund ausbilden zu lassen, gibt es so gut wie keine. "Das Wichtigste ist, dass der Hund einen starken Trieb hat, also etwas, das ihn motiviert. Größe und Rasse sind irrelevant, wir haben zum Beispiel auch einen Terrier in unserer Staffel.", sagt Petra Bartsch. Aber nicht nur die Hunde durchlaufen eine zeitaufwendige Ausbildung. Die Hundeführer sind beim Auffinden von Vermissten meist als Erstes bei der Person. Sie müssen deshalb auch als Ersthelfer einsatzbereit sowie psychisch auf das Schlimmste vorbereitet sein.

Kira ist bereits in ihrem Suchgebiet in den Sträuchern unterwegs. Anton ist für die linke Seite zuständig. Waydhas zeigt Kira an, wo sie suchen soll. Sie springt in die Büsche und kommt wenige Sekunden später zurück zu ihrer Hundeführerin gelaufen. So suchen die Beiden Quadratmeter für Quadratmeter das Gebiet ab.

Auf einmal bellt Kira laut. Ein Zeichen, dass die Hündin menschlichen Geruch gewittert hat. Jetzt muss auch Frauchen ins Gestrüpp, um den Vermissten herauszuholen. Kira hat ihre Sache gut gemacht. Der Verletzte, ein Statist der Feuerwehr, wird zu den Rettungsliegen gebracht. Kira sucht weiter. Aber es gibt in ihrem Areal keine weiteren Vermissten mehr. Terrier Anton hat derweil Probleme, sein Suchgebiet, den Kohle-Berg, abzusuchen. Er ist schlichtweg zu kurz gewachsen. Kira übernimmt. Auch für sie ist es nicht leicht, den Kohle-Haufen zu erklimmen. Sie rutscht immer wieder ab, bevor sie es auch den Kohlberg absucht. Auch hier findet sie nichts. Dafür ist der blonde Labrador jetzt an einigen Stellen schwarz.

Wenige Minuten später kommt die Nachricht: Alle Vermissten sind gefunden worden. Der Übungseinsatz ist erfolgreich beendet. Während Kira unter dem Feuerwehrschlauch ihre dringend notwendige Dusche genießt, versammeln sich alle Einsatzkräfte zur Nachbesprechung. Organisator Maximilian Drews von der Freiwilligen Feuerwehr Himmelgeist-Itter hat die Übung drei Wochen lang geplant und ist zufrieden: "Alles ist gut verlaufen. Für uns war es sehr interessant und hilfreich, die Arbeit der Hunde zu verfolgen. Mit Hundestaffeln kommen wir nicht oft in Berührung."

Während der Nachbesprechung im Hafen steigt im Hintergrund erneut Rauch auf. Diesmal allerdings nicht in lila - sondern vom Grill, auf dem die ersten Würstchen für einen gemeinschaftlichen Ausklang der Übung brutzeln.

Quelle: RP
 
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