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Holthausen
Hier kommt die ganze Welt zusammen

Holthausen: Hier kommt die ganze Welt zusammen
Künstler Charles Bhebe bei der Arbeit. An einer Hausfassade in Holthausen entsteht ein Wandbild. FOTO: Günter von Ameln
Holthausen. Beim 40-Grad-Festival bemalt Künstler Charles Bhebe am Kamper Acker eine Hausfassade.

Das Wandbild von Charles Bhebe nimmt Kontur an. Anlässlich des "40-Grad-Urban- Art-Festivals" auf dem Kamper Acker entsteht an einer Hauswand eine Fassadenmalerei.

Der bekannte Künstler hat sich dafür die Menschen von Holthausen genau angesehen. Sie sind Gegenstand seines Kunstwerks. "Ich will Menschen am Rande der Gesellschaft abbilden", sagt er. In gewissem Sinne stünde aber jeder am Rande der Gesellschaft, nicht nur Obdachlose und Bettler, führt Bhebe weiter aus. "Jeder wird von etwas oder jemandem gesteuert oder beeinflusst. Dieser Einfluss kann von außen oder innen kommen", erklärt der Künstler.

In seinen Werken befasst er sich schwerpunktmäßig mit der Verfassung des Menschen. Dabei sei Holthausen für ihn besonders interessant, weil der Stadtteil "eine globalisierte Ecke und sehr multikulturell ist. Hier kommt die ganze Welt zusammen", sagt Bhebe.

Das Wandbild zeigt Personen, die stellvertretend für die Bevölkerungsstrukturen von Holthausen stehen. Von den Charakteren gehen Fäden aus, die vertikal noch oben und ins Leere laufen. Dies lässt die Figuren wie Marionetten aussehen, die von einer im Bild nicht sichtbaren Hand kontrolliert werden.

"Es geht um die Solidarität mit den Mitmenschen, um die Frage, ob wir wirklich frei sind und um Selbstrealisierung", verdeutlicht Bhebe. Sein Anspruch sei, die Menschen dazu zu bringen, jenseits der Äußerlichkeiten zu schauen und nach den Schicksalen zu fragen, die sich hinter der äußeren Erscheinung verbergen. "Normalerweise wollen wir von solchen Geschichten nichts wissen", erläutert er. Bis kommende Woche Freitag - zum Abschluss des Festivals - soll das Wandbild fertig werden.

Der Mitveranstalter des Festivals, Klaus Martin Becker, ist von Bhebes Leistung beeindruckt: "Charles ist täglich von 9 bis 18 Uhr hier. Er ist ganz schön schnell bei seiner Arbeit."

Parallel dazu ist der Künstler Teil eines weiteren Projekts für "Weltbaustellen NRW". In dessen Rahmen arbeitete er gestern an einer Fassadenmalerei bei einer Flüchtlingsunterkunft in Duisburg.

(ropa)
 
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