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Holthausen
Holthausen verliert seinen Kindertreff

Holthausen. Zum Jahresende soll die Kinderfreizeiteinrichtung an der Geeststraße zumachen. Eltern fordern ihren Fortbestand. Von Maximilian Krone

Empört haben Eltern, deren Kinder die Kinderfreizeiteinrichtung an der Geeststraße besuchen, auf den Beschluss der Stadt reagiert, die Einrichtung nicht weiter zu fördern. "Uns wurde auf einer Informationsveranstaltung mitgeteilt, dass das Angebot künftig in der Jugendeinrichtung "Kamper 17" gebündelt werden soll", sagt Claudia Adams. Die Mutter von fünf Kindern, die alle die Einrichtung besuchten, hält dies nicht für praktikabel. "Erstens bietet Kamper 17 hauptsächlich Angebote für Jugendliche. Zweitens ist dort nicht genügend Platz, um die Kinder der Geeststraße aufzunehmen und drittens müssten die Kinder einen gefährlichen Weg über viel befahrene Straßen auf sich nehmen, um dorthin zu gelangen", argumentiert Adams.

80 bis 100 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren besuchen den Kindertreff an der Geeststraße. Bereits vor vier Jahren stand der Treff vor dem Aus. Damals konnten sich die Verantwortlichen auf eine Fortführung der Finanzierung einigen.

Nun entschied die Stadt, die Fördermittel zu streichen. Das Deutsche Rote Kreuz, das die Einrichtung betreibt, könne sie nicht alleine finanzieren, heißt es. "Oberbürgermeister Thomas Geisel stand im Wahlkampf vor der Einrichtung und sprach davon, dass die Jugendarbeit gefördert werden müsse", sagt Adams: "Man kann doch nicht an unseren Kindern sparen." Zum 31. Dezember soll Schluss sein. Dabei bilde die Einrichtung eine wichtige Anlaufstelle für Kinder und Eltern. "Wir sollten uns nichts vormachen, die Gegend ist immer noch ein sozialer Brennpunkt", sagt Adams. Das Angebot des Treffs umfasst neben Hausaufgabenbetreuung unter anderem ein warmes Mittagessen, pädagogische Betreuung und einen offenen Freizeitbereich. Außerdem finden in den Schulferien dort die "Düsselferien" für Kinder statt, die nicht verreisen. Darüber hinaus werde dort in besonderem Maße das soziale Miteinander gefördert. "Viele Kinder stammen aus Familien, die zugewandert sind. Probleme gibt es nicht, das Miteinander ist einfach super, auch deshalb, weil allen Kindern beigebracht wird, wie Probleme zu lösen sind", sagt Claudia Adams.

Die Chancen für eine weitere Förderung der Jugendfreizeiteinrichtung stehen laut Stadt schlecht, denn der Rat hat den neuen Kinder- und Jugendförderplan bereits beschlossen. Der Plan sieht eine Bündelung der Mittel für solcherart Einrichtungen vor.

Das DRK indes würde die Einrichtung gerne weiterbetreiben, hat jedoch nicht das nötige Geld, heißt es.

"Nach einem Austausch mit Eltern, den Kindern, dem Vermieter und dem Träger werden derzeitig alternative Betreuungsformen und Finanzierungen sowie andere Optionen gesucht. Ein weiterer Termin vor Ort ist bereits vereinbart", sagt der Leiter des Jugendamtes, Johannes Horn. Trotz der durchwachsenen Aussichten möchten Claudia Adams und weitere Eltern nicht aufgeben. "Wir werden um die Einrichtung kämpfen", sagt sie.

Quelle: RP
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