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Holthausen
Holthausener für Erhalt ihrer 193 Gaslaternen

Holthausen. Eine Initiative sammelt Unterschriften. Sie möchte die Identifikation mit dem Quartier fördern und sieht in der ursprünglichen Gasbeleuchtung ein besonderes Zeichen der Industriekultur. Von Simona Meier

Widerstand gegen das Aus der 193 Gaslaternen, die es im Stadtteil Holthausen gibt, regt sich jetzt aus der Bewohnerschaft. "Auch die Holthausener möchten die schöne Atmosphäre des Gaslichts in ihren Vierteln behalten. Dies zeigt die große Resonanz der Unterschriftensammlung in Geschäften und Einrichtungen", teilt Mechthild Evelt-Neite mit.

In Wersten hatte sich vor kurzem ebenfalls Widerstand gegen das Aus der Gaslaternen formiert. Die Nachbarschaft aus der Halbuschsiedlung wurde für den Erhalt der Leuchten in ihrem Viertel aktiv. Damit engagieren sich jetzt zwei Initiativen aus dem Düsseldorfer Süden für den Fortbestand der Gasbeleuchtung.

"Gaslaternen sind besondere Zeichen der Industriekultur", sagen die Holthausener Befürworter der Gasbeleuchtung. Seit 1899 werde Holthausen von der Industrialisierung geprägt. Dass ausgerechnet hier alle 193 Gaslaternen langfristig vor dem Aus stehen sollen, möchte man ändern. "Zuspruch kommt auch von Unterstützern, die aus anderen Stadtteilen Düsseldorfs nach Holthausen kommen", sagt Mechthild Evelt-Neite.

In Holthausen sind noch fünf Laternentypen in zwei Vierteln erhalten. Für den Erhalt der Gasbeleuchtung in Alt-Holthausen setzen sie sich ein, weil der Bezug zur Industrie dort besonders deutlich sei. Als Beispiel wird die Nosthoffenstraße genannt. Dort sind noch 20 Altbauten aus der Zeit der beginnenden Industrialisierung (1900-1908) erhalten. Dazu zählen die ersten Werkswohnungen der Waggonfabrik, Kolonialwarengeschäft, Kohlenhändler, Metzgerei, Häuser der Bauwirtschaft und Handwerker. An die ehemalige landwirtschaftliche Nutzung erinnere der Straßenname "Hinter den Höfen". Der Aufkauf der landwirtschaftlichen Flächen durch den Industriellen Hermann Heye war dort Voraussetzung für die Industrialisierung. Hinzu komme, dass die Gaslaternen dort in einer Tempo-30 Zone stehen. Für den Erhalt im Bereich Holthausen-Südwest sprechen sich die Befürworter aus, um die Identifikation mit dem Quartier zu erhalten und zu fördern. Alte Gebäude sind dort die Kamper Schule (1904) und das Klarenbachhaus (1927). Das Wohnquartier um die Klarenbach-Kirche wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut, um für die damaligen Flüchtlinge Wohnungen zu schaffen. Tausende Werktätige fanden dort eine neue Heimat. Das Quartier sei ein typisches Beispiel für das Wohnen in der Nachkriegsindustrialisierung beschreiben die Initatoren den Bereich in ihrer Unterschriftensammlung. "Die Wohnblöcke wurden gegliedert durch Baumreihen, in die sich die Laternen ideal einfügen", heißt es in deren Ausführungen.

Den Abbau der Gaslaternen halten die Anwohner auch deshalb für kontraproduktiv, weil "gemäß dem Integrierten Handlungskonzeptes Düsseldorf Wersten/Holthausen Maßnahmen mit Steuermitteln aus dem Förderprogramm ,Soziale Stadt' gefördert werden, um unserer Quartier aufzuwerten".

Noch bis zum 7. Dezember liegen die Unterschriftenlisten für den Erhalt der Gaslaternen in folgenden Holthausener Geschäften aus: Bonner Straße: Optik Trosdorff, Henkelstraße: Zentrum plus des ASB, Itterstraße: Eichenkreuz-Apotheke, Kölner Landstraße: Alte Stadtgrenze, Tante Anna, Blumenhaus Schwering, Fleming-Apotheke, Nosthoffenstraße: Salon Amico

Quelle: RP
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