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Holthausen
Kilometergeld für Obdachlose

Holthausen. Beim 39. Martinslauf des SFD beteiligten sich auch neun Läufer, die Spenden für den Gutenachtbus sammelten. Sie planen der mobilen Einrichtung für Obdachlose 1000 Euro zu übergeben und werben um weitere Unterstützung. Von Tino Hermanns

Nach 31:20 Minuten stürmte Toni Riedinger durchs Ziel des Wettbewerbs über zehn Kilometer beim Martinslauf des SFD 75. Der schnelle Mann vom ART stellte damit zum zweiten Mal in Folge einen neuen Streckenrekord auf. Erst 23:38 Minuten später ist Martin-Sebastian Abel (Fortuna) als 388. im Ziel. Bei ihm dauerte es auch etwas länger, bis er sich von den Strapazen wieder erholt hat und sprechen kann. Er ist froh, dass er unter der magischen Grenze von 55 Minuten geblieben ist. Doch der Landtagsabgeordnete der Grünen Abel hat mehr getan, als nur zum eigenen Vergnügen um den Unterbacher See zu joggen.

Schon im Vorfeld der traditionsreichen Laufveranstaltung, bereits zum 39. Mal organisierte der SFD 75 den Wettbewerb, hatte Abel um Spenden für den Gutenachtbus Düsseldorf gebeten. "Ich sammle sozusagen Kilometergeld für Obdachlose in Düsseldorf", erläutert der Landtagspolitiker. Der Gutenachtbus ist eine mobile Einrichtung, die Obdachlose in den Abend- und Nachtstunden versorgt. Von dem Geld können zum Beispiel Schlafsäcke und Decken angeschafft, kann der Bus betankt und können Kaffee und Suppen bezahlt werden. "Gerade jetzt, wenn der Winter kommt, brauchen Obdachlose mehr Hilfe. Wir bitten um Unterstützung für dieses tolle Projekt", so Abel.

Er fand insgesamt acht Mitläufer, von denen sieben ebenfalls zehn Kilometer zurücklegten. Einer, Wolfgang Brandt, startete sogar über die Halbmarathon-Distanz (21,1 km). "Das ist unser Held", meinte Abel und lächelt. Mitläufer zu finden war die eine Seite der Aktion, viel wichtiger war es aber über einen Internetaufruf Spendengelder zu generieren. Bisher sind 621 Euro zusammen gekommen. "Es werden auf jeden Fall mindestens 1.000 Euro werden. Falls etwas fehlt, stocken wir das auf", erklärt der Grüne. Kassensturz wird aber erst gemacht, wenn Abel den Gutenachtbus-Hut noch mal in der Grünen-Landtagsfraktion hat rumgehen lassen. Das soll morgen passieren.

Für den Gutenachtbus setzt sich Abel nicht zum ersten Mal ein. Bereits im letzten Jahr hat er beim Martinslauf für diesen guten Zweck gesammelt und 500 Euro gespendet. "Dieser Lauf mit dem Namenspatron St. Martin passt einfach zur Unterstützung des Nachtbusses", konstatiert Abel. Der Überlieferung nach hatte St. Martin im vierten Jahrhundert einen am Straßenrand frierenden, nur mit einem Lendenschurz gekleideten Bettler das Leben gerettet, indem er ihm die Hälfte seines Umhangs schenkte und der Bettler nicht erfror. Jetzt, wenn es nachts wieder richtig kalt wird, hat der Gutenachtbus in Düsseldorf ebenfalls das Ziel, Obdachlose zu wärmen. "Dem Gutenachtbus kann jeder helfen. Durch Geldspenden, durch Kleidung oder durch ehrenamtliche Mitarbeit", fordert Abel auf. Der Spendenaufruf zum Martinslauf 2016 wird nicht die letzte sportliche Aktion zugunsten des Gutenachtbusses sein, den Abel macht. Im Frühjahr 2017 will er beim Metro Group Marathon Düsseldorf starten.

Quelle: RP
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