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Holthausen
Mit der Kutsche den Stadtteil erkundet

Holthausen. Die 27 Stationen von "Holthausen auf der Spur" liegen zum Teil weit auseinander und sind kaum zu Fuß erreichbar. Vor allem Ältere freuten sich daher über die Möglichkeit, bei einer Kutschfahrt etwas über die Geschichte zu erfahren. Von Maximilian Krone

Inzwischen zählt der Natur- und Kulturpfad "Holthausen auf der Spur" 27 Stationen, die in ganz Holthausen aufgestellt wurden. Besonders ältere Bürger verweilen häufig an den Tafeln, die in aller Kürze die Geschichte von markanten Orten im Stadtteil wiedergeben. Einige Stationen liegen jedoch weit vom Ortskern entfernt und sind besonders für Ältere nicht gut zu erreichen. Aus diesem Grund hatte das "Zentrum plus" für gestern zu einer Kutschfahrt geladen, die besonders die entlegenen Stationen zum Ziel hatte.

"Viele sind nicht mehr gut zu Fuß, und da wir lange schon eine Kutschfahrt machen wollten, haben wir das nun mit dieser Rundfahrt verbunden", sagt Ute Frank, Leiterin des "Zentrum plus" an der Henkelstraße. Die Idee kam gut an, denn die Kutsche war ausgebucht. Eigentlich sollten noch mehr Teilnehmer die Tour in der Kutsche und auch zu Fuß oder auf dem Fahrrad begleiten, doch einige überlegten es sich im letzten Moment - unter anderem wegen des Platzmangels - dann doch anders.

Damit die Fahrt realisiert werden konnte, musste aber zunächst kräftig in die Pedale getreten werden. "Wir haben die Leute auf unserem Sommerfest auf ein Trimmrad gesetzt. Pro gefahrenem Kilometer gab es von der Holthausener Apotheke einen Euro", sagt sie. Insgesamt kamen so rund 200 Euro für die Kutschfahrt zusammen, so dass die rund dreistündige Tour für die Teilnehmer fast umsonst war.

Neben Ute Frank begleitete Anne Mommertz die fast ein Dutzend Senioren auf der Fahrt. Zu jedem Ort las sie kurz die entsprechende Geschichte vor. So zum Beispiel zur Klarenbachkirche. Ursprünglich stand diese nicht an der Bonner Straße, sondern auf dem heutigen Henkel-Werksgelände. Erst durch einen Grundstückstausch und einer großzügigen Spende der Familie Henkel konnte die heutige Kirche gebaut werden.

Nach dieser Station ging es zum Niederheider Gutshof. Auf dem Weg dorthin erzählten viele Teilnehmer von ihren Erinnerungen aus ihrer Jugend. So seien an der Bonner Straße früher einige Tanzlokale gewesen, in denen einige der Teilnehmerinnen oft gefeiert hätte. Während die Kutsche auf der Bonner Straße eher wie ein Fremdkörper wirkte, verkehrte sich das Bild, als sie auf das Gelände des Hofes fuhr. Wenig bekam man dort vom Lärm der Straße und vom anliegenden Industriegelände mit. Viele Teilenehmer erkannten besonders die alte Kastanie wieder. "Als Kinder haben wir immer Steine geworfen, um die Früchte vom Baum zu holen und wurden natürlich direkt verscheucht, denn es waren Esskastanien", erinnert sich eine Teilnehmerin schmunzelnd. Auch die weiteren Stationen weckten bei den Senioren Erinnerungen aus ihrer Kindheit.

Quelle: RP
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