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Holthausen
Mit Leib und Seele seit 40 Jahren Schütze der Lützow-Jäger

Holthausen. Thomas Klingwort-Weiss hat zahlreiche Ämter bei den Holthausener Schützen bekleidet, momentan ist er Kompanie-König. Von Beate Gostincar-Walther

Regimentskönig, Chef des Regiments, Hauptmann und Schießleiter der Lützow-Jäger - jeweils als Stellvertreter; vier Mal Kompaniekönig mit Frau Iris an der Seite: Thomas Klingwort-Weiss vom St. Sebastianus Schützenverein Holthausen blickt auf viele Ämter und Schützenehren zurück. 95 Jahre jung ist sein Verein, seit vierzig Jahren trägt der ehemalige Henkelaner den grünen Rock seiner Kompanie, der Lützow-Jäger.

"Ich bin kein Fußballmensch", meint der 62-Jährige launig, er sei mit Leib und Seele Schütze - jemand der Geselligkeit und Brauchtum schätzt und den Wettkampfgedanken hoch hält. Dass seine Frau Iris diese Leidenschaften teilt, ist für ihn doppelter Grund zur Freude. "Ich hatte damals einen Freund, dessen Vater und Bruder waren bei den St. Sebastianern", kommt Klingwort-Weiss zu den Wurzeln seines Schützenlebens. "Lass uns doch mal dahin gehen", meinte sein Freund lässig. Bei dem 'mal hingehen' sprang der Funke nachhaltig über. Das mit dem Einleben klappte schnell. Nach einem Jahr war der Neuzugang Schützenprinz und setzte mit seinem Ehrgeiz und der Prüfung zum Schießleiter noch eins drauf. "Damals hatten wir unsere Treffen im Holthausener Kolpinghaus, im Hinterhof war der Schießstand", erinnert er sich etwas wehmütig. Früher seien die Regeln strenger gewesen. "Bei den Versammlungen mussten sich die Jüngeren erst einmal zurückhalten, die Altvorderen hatten das Wort und das Sagen", besinnt sich der Lützow-Jäger zurück auf "alte Zeiten".

"Schütze zu sein, das heißt ja nicht nur Schützenfeste feiern", meint Klingwort-Weiss verschmitzt. Für ihn sei die Gemeinschaft wichtig. Dazu gehören regelmäßige Treffen, zahlreiche gesellige Unternehmungen übers Jahr ebenso wie das soziale Engagement und die Verknüpfung mit der katholischen Kirche. Im Rückblick auf vier Jahrzehnte schwingt Bedauern darüber mit, dass es zunehmend Nachwuchssorgen gibt. "Die Leute zwischen 25 und 35 Jahren fehlen uns", bemerkt der 62-Jährige. Meist käme der Nachwuchs aus den eigenen Reihen, Kinder aus traditionellen Schützenfamilien, die von klein auf hineinwachsen. "Es gibt Schützenverein, die bestehen zur Hälfte aus einer großen Familie", amüsiert sich der Holthausener Sebastianer.

Den grünen Rock mit den Schulterklappen und zahlreichen Ehrenabzeichen trägt er übrigens gerne. "Das ist die Uniform für unsere offiziellen Anlässe, ansonsten tut es auch ein Polo-Shirt mit unserem Wappen", verrät Klingwort-Weiss. Seit den Gründervätern sei die Kleiderordnung lockerer geworden. Freude gemacht habe ihm bisher jedes Amt, betont der stellvertretende Chef des Regiments. Ob das Repräsentieren als Schützenkönig oder als Adjutant, eine wichtige Devise habe er sich im Laufe seiner Schützen-Ära zu eigen gemacht: Nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. "Man darf nicht alles persönlich nehmen, sondern muss sich auf die Sache beziehen." Aktuell heißt es am Wochenende: Ärmel hochkrempeln für das randvolle und Festprogramm im Zelt auf dem Schützenplatz Baumallee/Kölner Landstraße. Mittendrin Urgestein Klingwort-Weiss, derzeit König und Dienstältester der Lützow-Jäger.

Quelle: RP
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