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Holthausen
Nach der WM geht es auf Abschiedstour

Holthausen: Nach der WM geht es auf Abschiedstour
Die 39-jährige Melanie Klein-Arndt will auf Triathlon umsatteln. Sie läuft seit ihrem zwölften Lebensjahr auf der Tartanbahn. FOTO: privat
Holthausen. Melanie Klein-Arndt hat bei der Deutschen Meisterschaft der Senioren die Titel im 1500- und 800-Meter-Lauf geholt. Doch mit dem Laufen soll jetzt Schluss sein. Die 39-Jährige wechselt zum Triathlon. Von Helmut Senf

"Einmal muss Schluss sein", sagt Melanie Klein-Arndt. Die erfolgreichste Mittel- und Langstreckenläuferin des SFD 75 will ihre Karriere in diesem Jahr beenden. Dabei hat die 39-Jährige soeben erst bei der Deutschen Seniorenmeisterschaft in Zittau über 800 Meter und 1500 Meter in der Altersklasse W40 ihre Konkurrentin Daniela Bach aus Neunkirchen in beiden Rennen bezwungen und zweimal Gold abgeräumt.

Auf den geplanten Start über 5000 Meter musste die Vertriebsmanagerin allerdings verzichten. Kurz vor dem Ziel ihres 1500-Laufes streikte die Wade. Diagnose: Muskelfaserriss. "Ich hätte aufschreien können", erinnert sich Melanie Klein-Arndt an den höllischen Schmerz. Intuitiv ist sie einfach weitergelaufen. Zum Sieg.

"In einem bestimmten Alter häufen sich Verletzungen", lautet ihr Fazit. Das sei ein untrügliches Zeichen dafür, den Körper nicht länger einseitig zu belasten. Melanie Klein-Arndt, die seit ihrem zwölften Lebensjahr das Laufen als Sport betreibt, will sich künftig dem Triathlon zuwenden. "Bei Training und Wettkampf ist die Belastung dort nicht so einseitig." Neben dem Laufen stehen dabei Fahrradfahren und Schwimmen auf dem Programm. Sehnen und Bandapparate werden durch die Vielseitigkeit entlastet. Die Arbeit mit dem Rennrad gehört schon jetzt zu ihrem Trainingsalltag. Schwimmen kommt neu hinzu. "Das ist schon eine große Herausforderung", sagt die Läuferin.

Bevor der Karriere-Wechsel ansteht, will Melanie Klein-Arndt im August bei der Senioren-Weltmeisterschaft im französischen Lyon über 5000 Meter und 10 000 Meter an den Start gehen. Die Konkurrenz aus Spanien und Polen ist allerdings nicht zu unterschätzen, zumal die Düsseldorferin dort in der Altersklasse W 35 antreten und sich mit jüngeren Athletinnen messen muss. "Eine Medaille zum Abschluss wäre schön", sagt sie, das wünsche sie sich. Ein Start in Lyon hängt aber davon ab, ob Physiotherapeut Carsten Leicher die aktuelle Blessur rechtzeitig kurieren kann. "Ohne ein funktionierendes Team ist Leistungssport nicht möglich", betont Melanie Klein-Arndt. Als Trainer und Betreuer fungiert ihr Lebenspartner Sascha Linder. Für Ende des Jahres ist die Hochzeit geplant.

Zu der intensiven Vorbereitung auf die WM gehörte für Klein-Arndt auch ein privates Trainingslager auf Fuerteventura, wo sich in Las Playitas ein bekanntes Triathlon-Camp mit optimalen Trainingsbedingungen befindet. "Das ist schon fast unsere zweite Heimat", sagt die Athletin.

Am 5. August geht es mit dem Auto nach Lyon zum letzten großen Start. Gesundheitliche Probleme hatten Anfang des Jahres beinahe schon das läuferische Wettkampfende bedeutet. Mit unbändigem Willen und Ehrgeiz hat sich Melanie Klein-Arndt zurückgekämpft, so dass die bevorstehende WM-Teilnahme ein würdiger Ausklang ihrer Karriere als Läuferin werden kann. "Anschließend stehen noch ein paar Abschiedsrennen an." Der Zehn-Kilometer-Kö-Lauf im 6. September beispielsweise.

Quelle: RP
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