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Holthausen
Rams-Damen stehen vor dem Umbruch

Holthausen. Das Inlinehockey-Team ist als amtierender Deutscher Meister in die Zweitklassigkeit abgerutscht. Die Mannschaft befindet sich in einer Umbruchphase. Vorsitzende Schmitz fordert einen Neuanfang. Von Helmut Senf

Beim einstmals erfolgreichsten Inline-Skaterhockey-Club Düsseldorf Rams geht eine weitere Ära zu Ende. Nachdem die siegreiche Zeit bei den Herren mit Titelgewinnen in Meisterschaft und Pokal in Serie schon über zwei Jahrzehnte zurückliegt und der Rekordtitelträger in der Vorsaison sogar zum zweiten Mal den Abstieg in die Zweite Bundesliga nicht mehr vermeiden konnte, steht nun auch für die Damen als zehnfacher Deutscher Meister und amtierender Titelträger erstmals der bittere Gang in die Zweite Damenliga bevor. Mit der letzten Vorrundenbegegnung der laufenden Meisterschaftsrunde am Samstag bei den Bockumer Bulldogs heißt es für das Team von Trainerin Kira Kanders Abschied nehmen aus der Eliteliga.

Lediglich einen Saison-Dreier durch einen Auswärtserfolg bei den Mendener Mambas sowie drei Einzelzähler beim Sieg gegen die Crash Eagles Kaarst nach Penaltyschießen und einem Unentschieden am Ende der regulären Spielzeit vor eigener Kulisse gegen Rhein Main Patriots konnten die Düsseldorferinnen verbuchen. Zu wenig für den Klassenverbleib. Als Vorrundenletzter hinter Kaarst können die Rams den Mitabstiegs-Rivalen - selbst im Falle eines Sieges in Bockum - nicht mehr überholen.

Zwei Gründe nennt Kanders, die als Nachfolgerin von Kjell Wilbert das Traineramt zu Saisonbeginn übernommen hatte, für das Scheitern. Zu einem waren es die Abgänge von Leistungsträgerinnen wie Rams-Urgestein Nadine Joisten (Karriereende), Kira Riepe, die sich eine Weltreise gönnte und inzwischen in Dänemark für die Vesterbro Starz auf Rollen unterwegs ist, Maren Krämer (Karrierepause) und die Schwestern Mia und Jana Bagusat. "Zum anderen hatte die Mannschaft leider mit mir nicht die Trainerin, die in dieser schwierigen Umbruchphase regelmäßig beim Training und bei den Spielen anwesend sein konnte", räumt Kanders mit Blick auf eigene gesundheitliche Probleme ein. Zu Saisongebinn war sie krankheitsbedingt mehrere Wochen ausgefallen. Ihren Job hatte übergangsweise Rams-Spielerin Janine Wilbert (Ehefrau von Männertrainers Kjell) übernommen.

"Mit dieser jungen Mannschaft war der Abstieg einfach nicht zu verhindern", stellt auch Rams-Vorsitzende Sabine Schmidt fest. Jetzt müsse, so fordert sie, ein kompletter Neuaufbau erfolgen. "Es laufen bereits Gespräche darüber, wer in die Verantwortung geht." Schmidt hofft dabei, dass die Mannschaft nicht auseinanderbricht.

Kanders jedenfalls wird, wie sie unserer Redaktion gegenüber bestätigte, als Trainerin definitiv nicht zur Verfügung stehen. "Ich werde erst einmal eine Pause einlegen", erklärt die 24-Jährige. "Vielleicht werde ich irgendwann spontan entscheiden, ob es für mich als Spielerin weitergeht", meint sie im Hinblick auf ihren Gesundheitszustand und ihre Fitness.

Für die Rams war sie seit 2013 als Stürmerin und Verteidigerin im Einsatz. Außerdem gehörte sie als Eishockeyspielerin dem EC Bergkamen an und wurde auch in die Nationalmannschaft berufen. In dem Abstieg sieht die scheidende Trainerin sogar eine Chance: "In der Zweiten Liga hat die Mannschaft die Gelegenheit, sich ohne übermäßigen Druck einzuspielen, und dort wird sie dann wieder Erfolgserlebnisse verbuchen können."

Quelle: RP
 
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