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Holthausen
Teamplayer in kurzen und langen Hosen

Holthausen: Teamplayer in kurzen und langen Hosen
Ex-Profifußballer Thomas Huschbeck kann es noch. Dabei hat der Henkel-Manager die Fußballschuhe schon vor einigen Jahren an den Nagel gehängt. FOTO: Ralph Matzerath
Holthausen. Thomas Huschbeck leitet bei Henkel die Internationale Marktforschung Westeuropa. Das ist schon die zweite Karriere des 49-Jährigen. Zwischen 1986 und 1992 spielte er 33 Mal für Mönchengladbach und auch eine Saison für die Fortuna. Von Andrea Röhrig

Sieben Jahre war Thomas Huschbeck alt, als er beim FC Pesch das erste Mal seine Fußballschuhe schnürte. Das war 1974, das Jahr, in dem Deutschland Weltmeister wurde. Nie hätte er damals gedacht, dass er ein paar Jahre selber große Fußballluft schnuppern würde. Mit 14 Jahren fiel er Christoph Daum auf, der damals Chef-Jugendtrainer beim 1 FC Köln war. Er holte den talentierten Abwehrspieler in die B-Jugend des Bundesligisten.

So begann eine Fußballlaufbahn, deren - wenn auch trauriger - Höhepunkt das verlorene Pokalfinale 1992 seines Vereins Borussia Mönchengladbach gegen Zweitligist Hannover 96 war. Noch heute werde er hin und wieder, vor allem von Borussia-Fans, auf diese Niederlage angesprochen, erzählt der 49-Jährige. Von 1986 bis 1992 stand er in Diensten der Gladbacher, für die er 33 Pflichtspiele absolvierte. Mit Fortuna Düsseldorf, dort wechselte er anschließend hin, stieg er in die dritte Liga ab.

25 Jahre später trägt Thomas Huschbeck statt Fußballstutzen feinen Anzugzwirn. Bei Henkel leitet er seit sechs Jahren die Abteilung Internationale Marktforschung für Westeuropa. Dass er das Spiel mit dem Ball noch nicht verlernt hat, beweist der gebürtige Kölner beim Fototermin. Dabei hat er die Fußballschuhe vor ein paar Jahren an den Nagel gehängt; das Knie spielt nicht mehr so mit. Zuvor hatte er lange in der Betriebsmannschaft bei Henkel gekickt. Stattdessen schwenkte er um zu einem Individualsport, den man immer und überall machen kann: Laufen. 2001 meisterte er seinen ersten Marathon, natürlich in seiner Heimatstadt. Aber auch in Berlin (2011) war er schon am Start. "Ein ganz tolles Ereignis", sagt Huschbeck und dass er sich so fit gefühlt habe wie zu seiner Zeit als Fußballprofi. Damals sei er dafür bekannt gewesen, dass er gerannt sei bis zum Umfallen, erzählt er mit einem Lächeln. Hätte er sich vorstellen können, nach seiner aktiven Laufbahn im Fußballgeschäft tätig zu werden? "Wie Sie sehen, sind es gerade mal ein paar Hand voll ehemalige Nationalspieler, die nach ihrer aktiven Karriere davon leben können." Und so hat er genauso stringent wie seine Fußballlaufbahn seine berufliche Karriere geplant. Als ihm klar war, dass er mit dem Fußball nie so viel Geld verdienen wird, dass er nach dem Karriereende sein Auskommen hat, begann er in Mönchengladbach an der Fachhochhochschule Niederrhein ein BWL-Studium. Um sich das zu finanzieren, kickte Huschbeck nebenbei für den Drittligisten Germania Teveren. An der Uni brachte ihn ein Professor auf die Idee, sich bei Henkel zu bewerben. 1998 durchlief er beim Konzern erfolgreich ein Assessment-Center. Danach hatte er die Wahl zwischen mehreren Jobs. Er entschied sich für die Absatzplanung.

Für seine berufliche Laufbahn in einem Wirtschaftskonzern kommt ihm vieles davon zugute, was er in seiner Fußballer-Karriere gelernt hat. "In einem Mannschaftssport braucht man alle Spieler, sonst kann man nicht gewinnen. Deshalb konzentriert man sich auf das, was dieser gut kann." Dieses, so Huschbeck, ließe sich gut in die Arbeitswelt übertragen.

Heute hält der 49-Jährige nicht mehr hinter'm Berg, dass er einmal Fußballprofi war. In seiner ersten Zeit bei Henkel habe er nie darüber gesprochen. "Viele Mitarbeiter hatten Auslandsaufenthalte vorzuweisen, und ich habe bei der Borussia gespielt - ich dachte, das würde mir eher zum Nachteil ausgelegt." Das Gegenteil war der Fall. Man sah in ihm schon von Anfang den Teamplayer, der er heute auch in seiner Leitungsfunktion ist.

Quelle: RP
 
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