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Holthausen
Zehnter Meistertitel am Ende einer Ära

Holthausen. Mit einer Rumpfmannschaft gewann das Team von Trainer Kjell Wilbert auch das zweite Play-off-Spiel um die Deutsche Meisterschaft im Damen-Skaterhockey. Lange Zeit stand das Spiel bei den Spreewölfen auf des Messers Schneide. Von Helmut Senf

Zum zehnten Mal haben sich die Damen des ISC Düsseldorf Rams als Deutscher Inline-Skaterhockey-Meister gekürt - aber für den erlösenden Jubelschrei bei der Schlusssirene im Play-off-Rückspiel gegen die Spreewölfe in Berlin fehlten dem mit einem Mini-Kader angereisten Rekordtitelträger am Ende die Kräfte. "Erst später bei der Siegerehrung kam die Freude auf", bestätigte Rams-Coach Kjell Wilbert. Mit lediglich sieben Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen waren die Düsseldorferinnen in die Bundeshauptstadt gereist, und damit standen die Zeichen keineswegs gut für den zum erneuten Titelgewinn notwendigen Sieg bei den aufstrebenden Berlinerinnen, die sich erstmals ins Play-off-Finale gekämpft hatten. 5:2 hieß es am Ende.

Dass es für die Düsseldorferinnen nach dem durchaus knappen 5:3-Heimerfolg im Finalhinspiel in der Rückpartie dennoch passte, ist einer unglaublichen Energieleistung der Rumpfmannschaft verdanken. "Unter diesen Umständen war mit einem Sieg wirklich nicht zu rechnen gewesen", freute sich Rams-Captain Nadine Joisten beim Gratulationsanruf unserer Redaktion über den gelungen Schlusspunkt ihrer überaus erfolgreichen Karriere. Die ist für die 38-Jährige, wie von ihr angekündigt, mit der Partie in Berlin zu Ende gegangen.

Mit Franziska Vahl, Susanne Schwedt und Janine Wilbert hatten gleich drei Spielerinnen ihren Einsatz kurzfristig absagen müssen. Trainer Wilbert war gezwungen, die Blöcke umzubauen. Gefordert waren neben den verbliebenen Stammkräften die Jugendspielerinnen, die schon im Verlaufe der Saison ihr Talent im Erstligakader unter Beweis gestellt hatten. So hütete die 14-jährige Melina Kokoras im Schlussdrittel für Rebecca Ramackers den Kasten. Stürmerin Amelie Rose war ebenso im Einsatz wie Selina Daheim, die sich als Verteidigerin sogar im Angriff zu bewähren hatte. Das Personalexperiment ging auf. "Wir haben nach vorn enorm viel Druck aufgebaut", resümierte der Rams-Coach zufrieden.

Ein Blitzstart bescherte den Gästen eine frühe 2:0-Führung (Kira Riepe per Schlagschuss, Joisten mit Winkelschuss aus der Drehung), wonach bei den Spreewölfen zunächst nicht viel zusammenlief. Erst gegen Ende des Auftaktdrittels und im Mittelabschnitt erspielten sich die Berlinerinnen Chancen. Riepes zweiter Tagestreffer - kurz nach dem Anschlusstor - stellte die Weichen aber schon ein bisschen auf Auswärtssieg.

Mit einem kuriosen Abschluss konnte Maren Krämer erhöhen, als die Hartgummikugel bei ihrem Schlagschuss von der Bande aufs Berliner Tor prallte und "irgendwie" (so Trainer Wilbert) den Weg über die Linie fand. In der Schlussphase glückte dem gastgebenden Vorrundendritten zwar erneut der Anschluss, doch bewiesen die aufopferungsvoll kämpfenden Gäste Übersicht und Defensivstärke. Dabei gönnte der Rams-Coach seinen erfahrenen Spielerinnen wie Joisten, Riepe, Krämer, Lina Meder und Julia Baumgartner keine Pause mehr. Mit der Schlusssirene konnte Baumgartner - nach Querpass von Riepe - gar noch zum 2:5 einnetzen.

"Jetzt genießen wir erst einmal unseren Erfolg", sagte Wilbert überglücklich. Die Frage nach einer Fortsetzung seiner Trainertätigkeit wollte er nicht beantworten. Offen dürfte die Zukunft beim Serien-Titelgewinner ohnehin sein. Neben "Urgestein" Joisten, die den Rams fortan als Zuschauerin die Daumen drückt, wird mit Kira Riepe eine weitere Stütze aus privaten Gründen in der Saison 2017 nicht mehr zur Verfügung stehen. "Eine Dominanz der Rams wie in den vergangen fünf Jahren wird es wohl nicht mehr geben", prophezeite Wilbert.

Quelle: RP
 
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