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Hubbelrath
Auf dem Land

Hubbelrath. Die Mitglieder der Landjugend Hubbelrath feiern gerne, äußern sich aber auch kritisch zur Benachteiligung der Bauern. Von Marc Ingel

Gut möglich, dass die Arbeit, die sich das Team der Hubbelrather Landjugend in den vergangenen Wochen gemacht hat - zumindest vorerst - umsonst war. Dann nämlich, wenn auch in Ratingen der Rosenmontagszug wegen des angekündigten Sturms ausfallen sollte. Bei dem wollten die Mitglieder zwischen 16 und 30 Jahren nämlich mit einem eigenen Wagen mitfahren und eine Kampagne unterstützen, die ihnen sehr am Herzen liegt. Es geht darum, eine Lanze für die Bauern zu brechen: "Ob Trecker oder Pferd - warum ist unsere Arbeit nichts mehr wert?", lautet das provozierende Motto.

"Wir wollen aufrütteln und darauf aufmerksam machen, dass die Erzeugerpreise auf Dauer nicht tragbar und kostendeckend für Landwirte sind. Dem Verbraucher muss signalisiert werden, dass viele landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Existenz bedroht sind, dass die geleistete Arbeit auch entsprechend entlohnt werden muss. Die Preise im Discounter machen den Markt kaputt, am Ende zu Lasten der Qualität", sagt der 21-jährige Jan Elsiepen.

Man merkt: Die Landjugend Hubbelrath trägt ihre Verbundenheit zur heimischen Landwirtschaft offen zur Schau - was daran liegt, dass die Mitglieder nicht nur alle im ländlichen Raum des Drei-Städte-Dreiecks Düsseldorf, Ratingen und Mettmann leben, sondern in der Regel selbst in diesem Bereich tätig sind. Sie besuchen die Fachschule Landwirtschaft, arbeiten als Landmaschinenmechaniker oder studieren Maschinenbau, um ihr Wissen später womöglich wieder auf dem heimischen Hof einzubringen.

Aber die Jugendlichen vom Land wissen auch zu feiern. "Wir veranstalten zwei große Partys im Jahr: die Schaumparty im Juni auf Gut Aue und unsere große Karnevalsparty, die heute auf Gut Cones stattfindet. Beides sind quasi Selbstläufer, die jeweils rund 500 Karten sind schnell ausverkauft", erzählt der 22-jährige René Miesen. Wer im Vorfeld ein Ticket ergattern möchte, sollte schon ein Mitglied der Landjugend kennen, sonst wird es schwer. "Was aber nicht heißt, dass wir hier eine abgeschottete Gruppe sind, die niemand von außerhalb in den Kreis lässt", betont Miesen, der dennoch einräumt: "In die Landjugend kommt man zumeist über familiäre Verbindungen."

Die Freunde (mehr Männer als Frauen) verbringen viel und gerne ihre Freizeit zusammen, gehen ins Kino oder auf die Kartbahn. Jeden Mittwoch treffen sich die knapp 50 Mitglieder der Landjugend Hubbelrath, die bereits seit mehr als 60 Jahren existiert, zum Stammtisch an wechselnden Orten. "Wir entscheiden spontan wo, denn wir decken ja schon rein geografisch ein riesiges Einzugsgebiet ab", sagt Elsiepen.

Das stimmt in der Tat, denn wer zum Beispiel zu Gut Aue, wo die Landjugend den Karnevalswagen in einer Scheune gebaut hat, kommen will, muss hinter der Bergischen Kaserne nochmals rund zehn Minuten fahren und wähnt sich längst in einer anderen Stadt. "Doch, doch, dass ist schon noch Düsseldorf. So gerade eben", beteuert der 21-jährige Tobias Scheer.

Quelle: RP
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