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Hubbelrath
Pläne zur Seilbahn-Anbindung

Hubbelrath: Pläne zur Seilbahn-Anbindung
Renate Böhm, Peter Vorsteher, Maria Icking, Norbert Czerwinski und Axel Sindram (v.l.) informierten über das Projekt. FOTO: Hans-Juergen Bauer
Hubbelrath. Interessierte Bürger hatten im Rahmen einer Veranstaltung der Grünen Gelegenheit, sich über den aktuellen Stand der Seilbahn-Alternative zur Erschließung der Neubaugebiete im Gerresheimer Ostenzu informieren. Von Beate Werthschulte

Ist die viel diskutierte Möglichkeit, eine Seilbahn von der Bergischen Kaserne in Richtung Innenstadt, beispielsweise bis zum Staufenplatz, zu bauen, wirklich nur eine "Schnapsidee"? Oder kann eine Seilbahn vielleicht doch eine ernstzunehmende Alternative sein, um den täglichen Pendlerstrom schnell und vor allem umweltfreundlich in die Innenstadt zu bringen? Im Stadtbezirk 7 stehen jedenfalls, wie die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Maria Icking in ihrer Anmoderation der Informationsveranstaltung am Freitag betonte, über die Parteigrenzen hinweg alle Politiker hinter dem Projekt Seilbahn. Zumindest soll die Machbarkeit erneut geprüft werden, da die Ergebnisse des ersten von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens, so Norbert Czerwinski, Fraktionschef der Grünen im Rat, zu ungenau gewesen seien.

Beispielsweise sei das Gutachten nur ungenügend auf das Fahrgastpotenzial eingegangen, Pendler seien nicht berücksichtigt worden. Zudem sei von teuren Zwischenstationen ausgegangen worden, die aber nicht nötig seien, wenn die Seilbahn als Bypass zusätzlich zum Busverkehr eingesetzt werde. Und weil eine Beteiligung der Bürger von Anfang an gewährleistet sein soll, möchte man von der Nachbarstadt Wuppertal lernen. Dort sind die Pläne einer Seilbahn, die den Hauptbahnhof mit der Universität verbinden soll, schon recht weit fortgeschritten.

Ein Bürgerbeteiligungsverfahren wurde in Wuppertal bereits organisiert, wie Axel Sindram vom Verein Pro Seilbahn Wuppertal, und Peter Vorsteher, Ratsherr der Grünen Fraktion in Wuppertal, erläuterten. Genutzt wurde hier ein spezielles Beteiligungsverfahren, bei dem rund 50 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger ein Projekt begutachten. Jeweils 25 Personen haben sich in Wuppertal in zwei getrennten Arbeitsgruppen, so genannten "Planungszellen", vier Tag lang mit dem Projekt Seilbahn befasst. Sie haben mit Befürwortern und Gegnern gesprochen, wurden durch Experten informiert und haben am Ende ein Bürgergutachten erstellt. In Wuppertal habe sich, so Sindram, eine deutliche Mehrheit für die Fortsetzung der Seilbahnplanung ausgesprochen.

Allerdings ist die Situation in Wuppertal - ganz abgesehen übrigens vom rechtlichen Rahmen und möglichen Einsprüchen betroffener Grundstückeigentümer - eine deutlich andere als in Düsseldorf. Zwar sollen im geplanten Neubaugebiet Bergische Kaserne bis zu 3000 Menschen wohnen, auch sind die Busse bereits heute völlig überlastet - oftmals werden sogar Schulkinder morgens nicht mitgenommen, weil die Busse zu voll sind, so ein Anwohner - und Autofahrer stehen zu den Stoßzeiten auf der Bergischen Landstraße in langen Staus. Aber, so Czerwinski, Düsseldorf habe eben nicht 22000 Studenten, die mit der Seilbahn befördert werden wollen. Deshalb brauche man hier zwei Haltepunkte mit hohem Verkehrsaufkommen sowie Park and Ride-Anlagen, die Pendler dazu einladen, ihre Autos dort stehen zu lassen und auf die Seilbahn umzusteigen. Dort hätten sie übrigens ohne Wartezeit sofort Anschluss, denn alle 30 Sekunden käme eine Gondel. Zudem, so der Grünen Fraktionschef, können man einen Stadtteil nicht ohne vernünftige und funktionierende ÖPNV-Anbindung erschließen. Deshalb wolle er sich von der Idee einer Seilbahn nicht verabschieden, ohne ein neues Gutachten, das unter anderem genau prüfe, ob das Fahrgastpotenzial nicht doch ausreichend sei.

Quelle: RP
 
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