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Düsseldorf
Inspiriert von alten polnischen Rezepten

Düsseldorf: Inspiriert von alten polnischen Rezepten
Im Malinas kann man auch ohne Nachtisch richtig so richtig satt werden. FOTO: Bernd Schaller
Düsseldorf. Das Malinas bietet osteuropäische Speisen. Dazu gehören Piroggi, vegetarisch und fleischhaltig, genauso wie Borschtsch und Bigos – Gerichte aus der polnischen Nationalküche also, die frisch gemacht auf die Tische kommen. Von Holger Lodahl

Würzmischungen, Fertiggerichte oder immer gleich schmeckende Gerichte sollen im "Malinas" keinen Platz haben. "Wir lassen uns von alten Rezepten inspirieren und entdecken neu, was unseren Großeltern schmeckte", sagt Alexander Skulik, der vor kurzem an der Tannenstraße seinen Traum vom eigenen Restaurant verwirklichte. "Ich verzichte auf Konservierungsstoffe, Instantsoßen und überhaupt auf alle industriell hergestellten Fertig-Elemente." Stattdessen stehen auf der Karte Pirrogi mit verschiedenen Zutaten. "Eine Spezialität aus Polen", erklärt der 48-Jährige.

Die gefüllten Teigtaschen gibt es mit Fleisch, verschiedenen Gemüsesorten und Käse, wahlweise gegrillt oder gebraten, für je 4,90 oder für größeren Hunger für 8,90 Euro. Wir bestellen die Pirrogi mit Ziegenkäse und Basilikum (gebraten) sowie mit Sauerkraut und Pilzen (gedünstet). Die Ravioli oder Maultaschen ähnelnden Speisen sehen auf dem Teller appetitlich aus, enttäuschen uns aber geschmacklich. Der Teig ist so fest und ölig, dass seine Füllung kaum zu spüren ist. Gebraten sind die Pirrogi weniger massig als gedünstet, aber zufriedenstellend ist der Anfang unseres Menüs nicht. Wir überlegen, ob die Köche einmal wagen sollten, den Teig mit Gewürzen aufzupeppen, um ihm einen eigenen Geschmack zu geben.

Wir probieren Borschtsch, eine Suppe aus Rote Bete (5,50 Euro). Schon der Anblick ist eine Wucht: Die tiefrote Suppe in der weißen Schale ist eine Farbenpracht, in der große Kartoffel- und Ei-Stücke schwimmen. Der Anblick hält, was er verspricht. Der Borschtsch ist gleichermaßen scharf und süß und hat einen leichten fischigen Nachgeschmack, ganz ähnlich einer Bouillabaisse. Der Kellner verspricht, der Borschtsch sei rein vegetarisch und frisch hergestellt. Wir löffeln begeistert die Schalen leer. Besser könnte die Schlesische Gurkensuppe (4,90 Euro) mit der wir zuvor geliebäugelt haben, auch nicht sein.

Auch für unser Hauptgericht wählen wir eine Spezialität aus Ost-Europa: Bigos, ein Gulasch mit Weißkohl, Rind- oder Schweinefleisch und geräucherter Wurst – purer Horror für Vegetarier. Der Kellner serviert dieses polnische Nationalgericht in einem kleinen, rot emaillierten Topf auf einem Holzbrett, was nett anzusehen ist.

Das Bigos sieht aus, als sei es mehrfach aufgewärmt, was in diesem Fall kein Makel ist – im Gegenteil. Bigos wird in Polen oft auf Vorrat gekocht. Durch das langsame Garen und erneute Aufwärmen geben die Fleisch- und Wurstzutaten ihr Fett und ihre Würze an Kohl und Kraut ab, was die Farben der einzelnen Zutaten zu einem Einheitsbraun mischt. Einheitlich schmeckt das Bigos auch. Etwas unspektakulär, ein typisches rustikales Eintopfgericht für 8,90 Euro.

Unser Menü könnte durch eine polnische Nachspeise beendet werden, wenn es denn eine gäbe. Aber weil die Karte zu unserer Überraschung Mousse au Chocolat (5,90 Euro) anbietet, gibt es nichts Süßes für uns. Das ist auch nicht nötig, denn pappsatt sind wir allemal. Für wenig Geld haben wir viel bekommen und sind zufrieden mit dem Besuch im Malinas.

(RP/EW)
 
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