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Itter
Umzug 2017 in Itter steht auf der Kippe

Itter. Für Organisator Bernd Bolten (69) war der diesjährige Karnevalsumzug der letzte. Heute Abend gibt es ein Treffen im Pfarrheim, bei dem Helfer gesucht werden. Findet sich niemand, ist das das Aus für den beliebten Zug. Von Andrea Röhrig

Der Karnevalszug in Itter ist einer der kleinen in der Stadt. Wobei er sich in den vergangenen Jahren wachsender Beliebtheit erfreut, wie sein Mitbegründer Bernd Bolten erzählt: "In diesem Jahr standen am Zugweg mehr Zuschauer als in den Jahren davor." Wenn der närrische Lindwurm am Karnevalssamstag ziehen sollte, dann wird Bernd Bolten diesmal nur einer der vielen Zaungäste sein.

Denn wie er bereits im Oktober 2015 mitgeteilt hatte, war der Umzug 2016 der letzte unter seiner Federführung. "Ich bin jetzt 69 und merke, dass mir nicht mehr alles so leicht von der Hand geht wie in früheren Jahren; deswegen habe ich früh genug gesagt, dass ich den Zug nicht mehr aktiv mitgestalten werde", sagt Bolten im Gespräch mit unserer Redaktion. Er hofft drauf, dass sich Freiwillige finden, die in seine Fußstapfen treten. Jüngere Leute, die gerne auch frische Ideen einbringen könnten, sagt er.

Für heute Abend haben zwei Mitglieder des Ortsausschusses Itter der Seelsorgeinheit Düsseldorfer Rheinbogen in das Pfarrheim in Itter (20 Uhr), Am Broichgraben, eingeladen. In der Einladung heißt es "Bisher hat den Umzug hauptverantwortlich und mit viel Herzblut Bernd Bolten für unseren Stadtteil koordiniert. Jetzt gilt es auszuloten, ob sich ein neues Festzugs-Komitee findet, das dieses für das Dorf und die vielen jungen Familien so attraktive Event weiterführt."

Für Bolten wäre es "jammerschade", wenn sich keine Nachfolger finden lassen. Er ist sich sicher: "Mit drei bis vier Helfern lässt sich das gut organisieren." Und aus seiner Sicht gibt es kaum etwas Schöneres, als zu sehen, mit wie viel Spaß und Freude die Kinder in dem kleinen Karnevalszug durch den Stadtteil ziehen. Das sieht auch Daniel Kasimirowicz so, der in Itter im Pfarrgemeinderat sitzt und mit seiner Kollegin Bettina Kranz die Organsisation des Treffens heute Abend in die Hand genommen hat, damit die seit 1993 bestehende Tradition des Itter-Umzuges nicht in diesem Februar sein Ende gefunden hat.

Seine Töchter sind 14 und elf und haben, seit sie in der Kita sind, aktiv am Umzug in Itter teilgenommen, erzählt Kasimirowicz. Karnevalssamstag 2017 wollten sie eigentlich mit der Messdienergruppe durch die Straßen ziehen. "Gerade für Familien mit kleinen Kindern aus Itter und Himmelgeist ist der Umzug eine ganz tolle Veranstaltung." In diesem Jahr waren rund 400 Akteure mitgelaufen. Und deshalb, da ist er sich mit Bettina Kranz einig, darf der Zug nicht sterben. Auch wenn sie wissen, wie "unglaublich schwierig" es ist, Ehrenamtler zu finden, vor allem solche, die auch Verantwortung übernehmen.

Das war für Bernd Bolten all die Jahre selbstverständlich. 1993 hatte sich um den Itterer eine kleine jecke Gruppe gebildet, daraus entstand zum einen die Karnevalssitzung, zum anderen der Umzug. 2013 wurde das letzte Mal Pfarrkarneval gefeiert. Die langjährigen Organisatoren wollten die Veranstaltung damals in jüngere Hände legen. Es fand sich aber niemand. Ähnliches droht nun für den Zug, der 2017 zum dann 24. Mal durch die Straßen in Itter bis zum Schützenplatz ziehen würde.

Weil er fest darauf hofft, dass das nicht passieren wird, wird auch Bernd Bolten heute Abend bei dem Treffen vorbei schauen: "Ich gebe gerne Tipps, wenn das gewünscht ist."

Quelle: RP
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