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Kaiserswerth
Kaiserswerth feiert ganz traditionell

Kaiserswerth. Kaiserswerth stand trotz der großen Konkurrenz durch das größte Radrennen der Welt ganz im Zeichen des Schützenfestes. Heute Mittag werden die Schützenkönige der nächsten Saison ausgeschossen. Von Stefanie Thrun

Obwohl es am Wochenende große Konkurrenz durch die Tour de France in der Innenstadt gab, feierten die Kaiserswerther Schützen ihr Fest traditionell am ersten Juliwochenende.

Am Samstag und Sonntag fanden hierbei die traditionellen Festzüge, der Zapfenstreich am Samstagabend und die Festlichkeiten im Schützenzelt statt. Heute werden dann König, Kronprinz, Schülerprinz und der Kleinschützenkönig für das neue Jahr ausgeschossen und gekrönt.

Florian Peters trug in diesem Jahr die Hoheitswürde des Kronprinzen. Qualifiziert zum Schießen auf den Holzvogel sind dabei alle jungen Männer zwischen 18 und 29 Lebensjahren. Verpflichtungen gibt es kaum, in erster Linie dienen Kronprinz und seine Prinzessin als Unterstützung für das "große" Königspaar. 2007 war er außerdem bereits Schülerprinz, die Kronprinzenwürde ist für ihn somit quasi der nächste Schritt in Richtung der großen Krone (oder eher Kette). Bei dem kleinen Festzug am Samstag und dem großen am Sonntag waren die beiden allerdings ebenso präsent wie das Königspaar. "Wir müssen dann hauptsächlich Winken und Lächeln", so Peters. Das wäre somit eigentlich die einzige feste Aufgabe.

Seine Freundin Johanna Ipach erklärte sich sofort bereit Florians Prinzessin zu sein, auch wenn das Schützenbrauchtum ihr bis dato noch völlig fremd war. "Ich lasse alles auf mich zukommen. Was genau uns erwartet, weiß ich gar nicht", erzählte sie am Samstagmorgen. In Duisburg aufgewachsen, ist sie dort mit Schützenfesten eigentlich kaum in Berührung gekommen, aber auch sie hat schnell die Reize des familiären Brauchtums für sich entdeckt. Florian selbst ist seit klein auf mit dabei. Wie seine Eltern und Großeltern lief auch er schon als Kind im Schützenzug mit, eine Generationengeschichte also. Nur während seines Studiums setzte er zwei Jahre lang aus, bevor er nun wieder "voll dabei" ist.

Und der Wille, Zeit und auch etwas Arbeit in den Verein zu investieren ist eigentlich selbstverständlich, so machen es nämlich alle. "Jeder kennt jeden und alle halten zusammen. Es geht weniger um ein Vereinswesen als um ein familiäres Zusammensein." Dabei hilft dann auch jeder gerne, packt mit an, übernimmt ohne zu zögern Verantwortungen im Verein. Und auch im Privaten geht alles Hand in Hand. Für Umzüge oder Handwerkertätigkeiten findet sich eigentlich immer jemand der gerne hilft in der Bruderschaft. Und obwohl der Verein genau das ist - eine Bruderschaft - können auch Mädchen immer mehr Rollen übernehmen. Bisher zwar nur in der Altersgruppe bis zwölf, aber zumindest hier dürfen auch sie um die Krone des Kleinschützenkönigs konkurrieren.

Das Schützenfest Kaiserswerth wurde am Samstag um 18 Uhr mit dem Großen Zapfenstreich am Kaiserswerther Rathaus eingeläutet und endet heute Abend ebenfalls mit einem Zapfenstreich um 22 Uhr. So wird das Fest traditionell eingerahmt. Beim großen Schützenumzug am Sonntagnachmittag liefen auch befreundete Nachbarvereine, wie die Schützen aus Wittlaer, Kalkum und Angermund mit. Nach dem ökumenischen Gottesdienst am Montagmorgen findet gegen 11.30 Uhr das neue Königs-, Kronprinzen- und Schülerprinzenschießen statt. Auch die Jungschützenanwärter dürfen schießen. Allerdings mit kleinen Armbrüsten auf Luftballons. Heute Abend um 20 Uhr müssen Florian Peters und die anderen Könige und Prinzen ihre Kronen dann aber wieder abgeben. An die nächsten Hoheiten der St. Sebastianus Bruderschaft.

Quelle: RP
 
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