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Kaiserswerth
Kaiserswerther Markt wird für archäologische Arbeiten gesperrt

Kaiserswerth. Fundamente des alten Rathauses werden in größerer Tiefe vermutet als bisher angenommen. Sperrungen vom 9. bis zum 20. Januar.

Der Kaiserswerther Markt soll umgestaltet werden. Bevor die Arbeiten starten, wird die künftige Baustelle im Januar jedoch nochmals archäologisch untersucht.

Die Lage unterirdischer Funde muss vorab möglichst genau ermittelt werden. Zu diesem Zweck wurden bereits im Juni des vergangenen Jahres Messungen per Georadar durchgeführt. Da jedoch die Ergebnisse dieser absolut zerstörungsfreien Methode nicht eindeutig waren, sind nun weitere archäologische Untersuchungen erforderlich. Auf Empfehlung der Archäologen werden Suchschlitze angelegt, die beidseitig der Mittelinsel quer zur Fahrbahn verlaufen sollen.

Ziel dieser Suchschlitze ist es, die Lage des alten Rathauses abzuklären. Es wird vermutet, dass seine Fundamente in größerer Tiefe liegen, als bislang angenommen. Möglicherweise befindet sich der gesamte Kaiserswerther Markt auf einer Aufschüttung, die vor einigen hundert Jahren aus Gründen des Hochwasserschutzes angelegt wurde. In diesem Fall läge das mittelalterliche Rathaus deutlich unter dem heutigen Geländeniveau.

Die Untersuchungen werden lediglich einige Tage in Anspruch nehmen. Für das Anlegen der Suchschlitze sind in der Zeit vom 9. bis 20. Januar an einigen Tagen halbseitige Straßensperrungen in Verbindung mit Halteverbotszonen im Bereich der Hausnummern Kaiserswerther Markt 25-31 und gegenüber erforderlich.

Der Vorentwurf zur Umgestaltung des Kaiserswerther Marktes wurde der Bürgerschaft und den Bezirkspolitikern im Juni 2016 vorgestellt. Dabei wurde neben vielen anderen Themen auch über die zu erwartenden Bodendenkmäler berichtet. So werden im Bereich der Mittelinsel und der angrenzenden Fahrbahnen die Fundamente des mittelalterlichen Rathauses vermutet.

"Grundsätzlich besteht eine gesetzliche Verpflichtung zum Erhalt beziehungsweise schonenden Umgang mit Bodendenkmälern", heißt es diesem Zusammenhang vonseiten der Stadt. Um mögliche Konflikte zwischen den geplanten Maßnahmen und den Anforderungen des Denkmalschutzes zu vermeiden, wurden und werden eben weiterhin bereits im Vorfeld umfassende archäologische Untersuchungen durchgeführt. "So können gegebenenfalls erforderliche Umplanungen vorgenommen und Baustillstandszeiten minimiert beziehungsweise zeitlich eingegrenzt werden", erklärt die Verwaltung.

Die Planung für die Umgestaltung des Kaiserswerther Marktes basiert auf Anregungen zahlreicher Bürger, die sich im November 2014 im Rahmen der Bürgerbeteiligung umfassend geäußert hatten. Die Mehrzahl von ihnen hatte sich für eine grundsätzliche Beibehaltung des derzeitigen Erscheinungsbildes ausgesprochen.

Vielfach gewünscht wurde jedoch auch eine größere Flexibilität der Platzfläche, um zum Beispiel die Durchführung von Veranstaltungen zu erleichtern. Ein entsprechendes Grundkonzept wurde im September 2015 von der Bezirksvertretung 5 beschlossen.

(arc)
 
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