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Kaiserswerth/Pempelfort
Mehr Sicherheit für Patienten

Kaiserswerth/Pempelfort. Etwa 12 000 "vermutete Arzthaftungsfälle" liegen den Gutachtern der Bundesärztekammer laut einer Erhebung jährlich vor. Auch Düsseldorfer Kliniken wie das Marienhospital müssen sich den Vorwürfen ihrer Patienten stellen. Durch verschiedene Maßnahmen will die Klinik seinen Patienten Sicherheit vermitteln. "Die Hälfte aller medizinischen Fehler geschehen in der Medikation", sagt Gery Schmitz, Chefapotheker des VKKD, die auch Kliniken in Kaiserswerth hat. Die Fälle reichten von nicht verabreichten bis hin zu falschen Medikamenten. Damit das nicht passiert, überprüfen die Ärzte oder Schwestern jeden Patienten an jedem Morgen hinsichtlich des Medikamentenbedarfs. Bevor Patienten ihre Pillen bekommen, prüft eine Software per Foto-Analyse die eingetüteten Medikamente auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Von Oliver Burwig

Rund fünf Prozent der Patienten, die das Hospital täglich aufnimmt, wissen nicht, dass sie Diabetes haben. Da dies nicht nur bei bevorstehenden Operationen gefährlich sein kann, nutzt die Klinik ein sogenanntes telemedizinisches System zur Eingangskontrolle. Dabei kontrolliert Oberärztin Katja Niedermeier unter anderem, ob ein eingehender Patient einen auffälligen Blutzuckerwert hat - ohne ihn vor Ort untersuchen zu müssen. Eine Software übermittelt die Patientendaten nach der Blutabnahme im jeweiligen VKKD-Krankenhaus in die Diabetologie des Marienhospitals, wo Niedermeier und ihre Kollegen sie auswerten. Davon abhängig sind beispielsweise auch finanziell relevante Entscheidungen der Ärzte wie die Verschiebung einer Operation: "Mitunter sind die Blutzuckerwerte vor einer OP durch Stress erhöht. Wir können das hier genau prüfen und von den Fällen trennen, in denen tatsächlich Diabetes vorliegt", erklärt Niedermeier.

Eine Prüfung auf multiresistente Keime erhalten Risikogruppen wie Senioren oder solche mit mehreren zurückliegenden Krankenhausaufenthalten. Helmut Wenzel, VKKD-Hygienebeauftragter, betont, dass die gefürchteten Keime nicht zwingend aus Krankenhäusern stammen: "Früher hatten wir 30 Patienten im Jahr, bei denen wir die Ursache ihrer Infektion nicht feststellen konnten. Jetzt sind es noch zwei."

Quelle: RP
 
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