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Kaiserswerth
Planungen für Rheinbahn-Siedlung starten

Kaiserswerth. Die DWG will im Düsseldorfer Norden 180 neue Wohnungen bauen. An den Vorbereitungen sollen die Bürger beteiligt werden. Von Julia Brabeck

Über viele Monate hinweg hatten Gerüchte für eine große Unruhe in der ehemaligen Rheinbahn-Siedlung rund um die Verweyenstraße gesorgt. Über Luxussanierungen, Abriss, eine Vertreibung der Mieter oder den Verkauf der Siedlung wurde spekuliert. Diesen Gerüchten hat die Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft (DWG) bereits im Februar die Grundlage entzogen und erklärt, dass die Mieten bezahlbar bleiben sollen und alle Mieter im Quartier wohnen bleiben können. Wie das genau umgesetzt werden kann, daran sollen die Bürger kontinuierlich beteiligt werden. Ein dafür benötigtes Gutachterverfahren wurde nun von der Politik beschlossen und soll noch in diesem Herbst starten. "In diesem Verfahren sollen für das Plangebiet städtebauliche Konzepte entwickelt werden, die dem Ort Kaiserswerth mit seinem hohen Wohnwert und seiner Lage im Grünen gerecht werden", sagt Heiko Leonhard, Vorstandssprecher der DWG.

Fest steht bereits, dass die Sanierung der 112 bestehenden Wohnungen nicht wirtschaftlich ist, da die Gebäude inzwischen erhebliche Mängel aufweisen. Die DWG will deshalb die alten Gebäude aus den Jahren zwischen 1946 und 1966 nach und nach abreißen und neue Wohnhäuser mit insgesamt 180 Wohnungen bauen. Der Abriss und Neubau soll in drei Abschnitten erfolgen, so dass nur vier Mietparteien in eine Zwischenwohnung ziehen müssten. Die Wohnfläche steigt von 6200 auf 16 000 Quadratmeter an. Neben 110 Mietwohnungen wird der Bau von 70 Eigentumswohnungen erwogen.

Da für die Neubauten Fördergelder in Anspruch genommen werden können, soll es für die Alt-Mieter auch nur zu einer geringen Mieterhöhung kommen. Die DWG geht bisher von 72 Euro Mehrbelastung für eine 72 Quadratmeter große Dreizimmerwohnung aus.

Fünf Teams, bestehend aus Architekten und Landschaftarchitekten, sollen jetzt Konzepte für das zwei Hektar große Gebiet entwickeln. Bei einer öffentlichen Veranstaltung im Herbst werden diese Planer und die Vorgaben, die sie erhalten, vorgestellt. So wird beispielsweise ein Mix aus unterschiedlichen Wohnungstypen gewünscht. Rund ein Drittel soll als geförderter Mietwohnungsbau errichtet werden.

Der vorhandene alte Baumbestand ist bei den Planungen zu berücksichtigen und die Straßenbäume entlang der Kalkumer Schlossallee, der Alten Landstraße und der Walburgisstraße sollen unbedingt erhalten werden. Zudem soll ein Kinderspielplatz, der mindestens 2000 Quadratmeter groß ist, geschaffen werden. Die Zufahrt in das Wohngebiet kann über die Alte Landstraße und die Walburgisstraße erfolgen. Eine Zufahrt von der Kalkumer Schlossallee aus in das Plangebiet wird grundsätzlicheausgeschlossen.

Die Bürger haben bei der Auftaktveranstaltung die Gelegenheit, Ideen und Anregungen mit den Planungsteams zu diskutieren. Die Ergebnisse dieser Diskussion sollen in die Entwürfe mit einfließen. Nachdem die Teams erste Konzepte entwickelt haben, werden diese in einer weiteren öffentlichen Zwischenveranstaltung präsentiert und mit den Bürgern erneut diskutiert. Danach erfolgt die weitere Detailplanung. Im Frühjahr 2016 ist eine Schlussvorstellung der Entwürfe geplant.

In einer nicht öffentlichen Sitzung wird danach eine Jury, bestehend aus Mitgliedern der Politik, der Verwaltung, der Düsseldorfer Wohngenossenschaft und externen Experten, entscheiden, welcher Entwurf zur weiteren Bearbeitung empfohlen wird. Die Pläne des Gewinnerkonzeptes werden anschließend ausgestellt.

Quelle: RP
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