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Kaiserswerth
Wo die Kreativität zu Hause ist

Kaiserswerth. Malen, Kneten und Basteln - seit vier Jahrzehnten sind Kinder und Erwachsene in der Kaiserswerther Kreativitätsschule künstlerisch tätig. Das wird morgen mit einem Fest gefeiert. Von Julia Brabeck

Die Räume der Kreativitätsschule (Krea) im Schulgebäude an der Fliednerstraße sind ein Paradies für fantasievolle und kreative Menschen. In großen durchsichtigen Boxen stapelt sich dort Bastelmaterial, an den Wänden hängen Werkzeuge, und mit den Malutensilien auf den Tischen kann sofort losgelegt werden. Dort sitzen Mädchen und Jungen und arbeiten mit Stofffarben an einem farbenfrohen Bild. "Ich freue mich immer, wenn ich in die Krea gehen kann, denn ich bastle gerne und habe hier schon viele Freunde gefunden", sagt die sechsjährige Charlotte.

Sie ist eine von vielen Schülern der Kaiserswerther Grundschule, die nach der Schule in der Krea betreut werden. Dieses Arrangement wurde bereits vor rund 20 Jahren ins Leben gerufen, als die Idee der offenen Ganztagsschule noch in weiter Ferne lag. Rund 75 Schüler nehmen das Angebot wahr, welches tageweise gebucht werden kann und dadurch viel Spielraum für die individuelle Freizeitgestaltung lässt. Die Krea selbst feiert am Wochenende ihr 40-jähriges Bestehen. Sie wurde als eine der ersten Jugendkunstschulen in NRW gegründet und ist ein öffentlich anerkannter Träger der freien Jugendhilfe, ein anerkannter Verein. Die Einrichtung, die in Kaiserswerth und Urdenbach Standorte unterhält, versteht sich als ein außerschulischer Lernort für sozialkulturelle Bildung, als Ort der Begegnung, des Ausprobierens und Lernens. Dabei steht nicht das Endergebnis, sondern die Kreativität, das spielerische Entdecken im Mittelpunkt. Neben der Schulkinderbetreuung werden in der Krea zudem noch zahlreiche Workshops und Ferienkurse angeboten.

Dabei werden schon lange nicht mehr nur Kinder und Jugendliche in der Krea unterrichtet. "Viele unserer Kinder sind quasi mitgewachsen und nehmen nun als Erwachsene an Workshops teil", sagt Udo Seel, Vorstandsvorsitzender der Krea. Unterrichtet werden die Teilnehmer von 25 Mitarbeitern, die aus unterschiedlichen Berufsfeldern stammen, darunter Architekten, Schneider, Kunsthistoriker, Fotografen, Kunsttherapeuten und Textildesigner. Angeboten werden nach wie vor die Klassiker aus den Gründungsjahren, die immer noch stark nachgefragt werden. Dazu zählen das Arbeiten mit Ton, Holzarbeiten und Zeichnen.

"Wir schöpfen aber nicht nur aus dem Fundus der 1970er Jahre, sonder richten unsere Angebote an den aktuellen Entwicklungen aus, passen dazu unser Equipment an", sagt Seel. So steht etwa für die kleinen Künstler ein Computer bereit, der für Motivrecherchen verwendet werden kann, und es werden Kurse im Bereich Fotografie angeboten. "Oft beginnen wir zu einem bestimmten Thema zu arbeiten und dann entwickelt sich daraus etwas völlig anderes. Wir sind jederzeit offen für neue Ideen", sagt Seel.

Dabei verlässt die Schule auch ihre Räume, begibt sich in die Natur und bietet dort beispielsweise Kurse an, bei denen aus Fundstücken am Rhein Skulpturen gebastelt werden. Zudem geht die Krea Kooperationen mit anderen Institutionen ein, begleitet beispielsweise eine Aufführung einer Ballettschule mit einer Ausstellung. "Solche Kooperationen könnte es ruhig noch mehr geben, denn uns ist eine Vernetzung wichtig", sagt der Vorsitzende.

Quelle: RP
 
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