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Kalkum
Erinnerung an den alten Tanzsaal

Kalkum. Die Geschichte vieler Häuser in Kalkum reicht bis in das Mittelalter. Hinweisschilder geben über ihre Historie Auskunft. Jetzt wurden zwei neue Tafeln installiert. Von Julia Brabeck

Der Kalkumer Kulturkreis setzt sein erfolgreiches Projekt fort und hat zwei weitere Hinweistafeln an historischen Stätten im Ort angebracht. Diese werden gerne von Besuchern aber auch von Bewohnern genutzt, um sich über die Entwicklung des alten Stadtteils zu informieren. Dessen Geschichte wird seit einigen Jahren akribisch von der Heimatforscherin Rita Becker aufgearbeitet, die oft Monate am Text für ein einziges Hinweisschild feilt und dafür Berge von Akten wälzt.

Diesmal hat sie sich den Hüttenhof im Ortsteil Zeppenheim, eine vierflügelige Hofanlage mit repräsentativem Wohnhaus und parkartigem Garten, vorgenommen. Das Gebäude, dessen Geschichte bis in das Jahr 1419 zurückverfolgt werden kann, und das immer wieder zerstört wurde, wurde 1996 in die Liste der denkmalgeschützten Häuser Düsseldorfs aufgenommen.

Das zweite Schild wurde gestern am neuen Dorfplatz von Kalkum eingeweiht, der auf Bestreben des Kulturvereins eingerichtet wurde. An dieser Stelle stand ursprünglich seit Anfang des 18. Jahrhunderts direkt neben der Kirche eine Gaststätte. Das Geschäft lief offensichtlich so gut, dass der Wirt um 1840 einen Tanzsaal mit Bühne und mit Kegelbahn in den Ausmaßen von 13 Metern Breite und 32 Metern Länge errichten ließ. "Schnell wurde die neue Vergnügungsstätte zur großen Attraktion, nicht nur für die Dorfbewohner, sondern auch für Menschen aus der Umgebung. Immerhin gab es seit 1845 die Eisenbahnstation 'Bahnhof Kalkum', so dass auch den Tagesausflüglern aus dem Stadtgebiet der Besuch von Tanzsaal und Kegelbahn möglich war", sagt Rita Becker.

Viele Vereine wie Schützenbruderschaft, Gesangsverein und Karnevalisten nutzen viele Jahrzehnte den großen Raum, der eine wichtige Begegnungsstätte von Kalkum war. "Ich habe dort 1957 meine Frau bei einem Abend des Heimatvereins kennengelernt und bei den Theaterstücken, die in der Weihnachtszeit dort aufgeführt wurden, habe ich mitgewirkt", sagt Willi Meuleners, Vorsitzender des Kulturkreises.

Um 1975 wurde der gesamte Gebäudekomplex abgerissen. "Deshalb freut es mich, dass an diesem Ort wieder mit Unterstützung der Bezirksvertretung ein Versammlungsort, ein Dorfmittelpunkt entstanden ist", sagt Meuleners. So wird der Platz seit seiner Einweihung im Mai rege von den Kalkumern, aber auch von vielen Besuchern genutzt. Nach einer Kindstaufe wurde dort schon ein fröhlicher Umtrunk und nach einer Hochzeit ein kleiner Empfang abgehalten. "Ich beobachte hier auch große Gruppen von Wanderern und Radfahrern, die eine Rast einlegenr", sagt Meuleners. "Unser Einsatz für den Platz hat sich also gelohnt."

Quelle: RP
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