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Kalkum
Nutrias stören Angler

Kalkum. Im Kalkumer Schlossgraben bereiten die großen Nager Probleme. Sie ärgern durch ihre Neugierde die Angler und unterhöhlen die Böschung. Von Julia Brabeck

Eigentlich sind Nutrias friedliche Vegetarier. In Kalkum entwickeln sich die Tiere, die auch als Biberratte bezeichnet werden und eine Körperlänge von bis zu 65 Zentimetern und ein Gewicht von zehn Kilogramm erreichen können, aber zu einer kleinen Plage und einem vielschichtigen Problem. Das sind die Nutrias aber nur bedingt schuld. Auslöser für den Ärger ist vor allem falsch verstandene Tierliebe. So werden die Nager regelmäßig von einer älteren Dame gefüttert, entwickelt sich die Kolonie daher über das gewünschte Maß hinaus.

"Ich habe immer wieder, besonders in den späten Nachmittagsstunden, Nutrias im Wassergraben von Schloss Kalkum beobachtet. Dort leben mehr als 20 dieser Tiere und vermehren sich immer weiter. Die Böschung ist an einigen Stellen schon durch ihre Bauten stark unterhöhlt", sagt Christian Bruns. Auch andere Anwohner bekommen inzwischen die starke Population zu spüren. "In meinem Garten habe ich schon Nutrias gesehen. Noch haben diese aber keinen Schaden angerichtet. Aber das ist nur eine Frage der Zeit", so Barbara Landers.

Geschädigt wird aber bereits der Angelsportverein Düsseldorf und Wittlaer, der den Wassergraben und ein Teil des Schwarzbaches gepachtet hat. "Wir setzten jedes Jahr für rund 2000 Euro Fische aus, da in dem niedrigen Graben nicht alle Fische laichen können. Die Nutrias lassen uns aber nicht in Ruhe angeln. Sie klauen unsere Schwimmer und im ungünstigsten Fall hängen sie an unserem Haken, da sie unsere Köder fressen wollen", sagt Vereinsvorsitzender Michael Korte. Er hat zudem einen Anstieg der Ratten beobachtet, die von dem vielen Futter angelockt werden: "Die Dame kommt jeden Tag mit einem Fahrradanhänger voll mit Obst, Gemüse und Brot für die Tiere. Sie lässt sich leider nicht belehren, dass das unerwünscht ist, Ratten anlockt und das nicht gefressene Futter später fault und stinkt." Als Pächter des Grabens hat er ihr daher einen Platzverweis erteilt. "Der wird aber umgangen und auch das Ordnungsamt, das ich eingeschaltet habe, sieht kaum eine Möglichkeit, das Füttern zu unterbinden beziehungsweise das Verbot zu kontrollieren."

Zuständig für den Schlosspark ist als Eigentümer das Land NRW. Dort ist das Problem bekannt. "Nach den Ferien wird es einen Austausch mit der Unteren Landschaftsbehörde geben, bei dem die weiteren Schritte besprochen werden", sagt Christa Bohl, Sprecherin beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb, der für das Schloss verantwortlich ist. Vorgegangen werden darf gegen Nutrias aber nur mit einer Sondergenehmigung. Im Jagdjahr 2015/16 wurden 16 Abschüsse dieser Nager in Düsseldorf gemeldet.

Der Stadt sind auch Beschwerden über Schäden durch Nutrias von der alten Kellnerei in Angermund bekannt. Weitere Tiere leben in einem Hochwasserrückhaltebecken am Eselsbach in Eller, am Brückerbach in Wersten und am Altrhein in der Urdenbacher Kämpe.

Quelle: RP
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