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Knittkuhl
Erste Hilfe auf dem Schulhof

Knittkuhl: Erste Hilfe auf dem Schulhof
Max verbindet Max, Emely assistiert. Die drei Drittklässler zählen zu den zwölf frisch ausgebildeten Schulsanitätern an der Grundschule Knittkuhl. FOTO: Andreas Bretz
Knittkuhl. In der Gemeinschaftsgrundschule Knittkuhl lernen bereits Drittklässler, was eine stabile Seitenlage ist oder wie man richtig Verbände anlegt. Ab dem nächsten Schuljahr werden die Schüler zum Beispiel für den Pausendienst eingesetzt. Von Marc Ingel

Michael Köster ist beeindruckt: "In der Regel starten wir mit diesem Projekt erst ab dem achten Schuljahr. Dass sich hier schon Drittklässler derart geschickt anstellen, ist außergewöhnlich." Köster koordiniert für die Johanniter-Unfallhilfe den Sanitätsdienst an Schulen, bei dem Kinder mit den Grundzügen der Ersten Hilfe vertraut gemacht werden, um im Notfall Mitschülern, aber auch Lehrern helfen zu können. In der Gemeinschaftsgrundschule Knittkuhl sind es bereits Acht- und Neunjährige, die von Kösters Ehefrau Korinna ein Halbjahr lang unterrichtet wurden.

Heute ist der Abschlusstag, und die zwölf ausgewählten Schüler - die Zahl der Interessenten sei weit größer gewesen, bestätigt Schulleiterin Antje Grüneklee - wollen unbedingt noch einmal zeigen, was sie alles gelernt haben, damit sie ab dem nächsten Schuljahr im Pausendienst oder bei Schulfesten eingesetzt werden können. Zunächst einmal sollen die Nachwuchs-Ersthelfer aber berichten, ob sie in der zurückliegenden Woche ihr Fachwissen womöglich schon einmal anwenden konnten. "Fast", sagt Yannik. "Eine ältere Frau aus der Nachbarschaft ist, als sie aus dem Auto ausstieg, hingefallen. Ich wollte schon meinen Verbandskasten holen, habe dann aber gesehen, dass sie einen offenen Knochenbruch hatte. Da habe ich doch lieber Hilfe gerufen und sie so lange getröstet."

Die Notrufnummer 112 kennen die Grundschüler genauso aus dem Effeff wie die fünf "W's" (Wo?, Was ist passiert?, Wie viele Personen?, Welche Art von Verletzung?, Warten, falls Rückfragen kommen). Lara demonstriert an Greta die stabile Seitenlage, fragt erst, ob die Freundin ansprechbar ist, horcht, ob die Atmung nicht ausgesetzt hat, und macht auch anschließend alles richtig. Yamina legt bei Lotta einen perfekten Handverband an, und an Davids Armschlinge bei Maxi hat Korinna Köster ebenfalls nichts auszusetzen. Anschließend zeigt Michael Köster den Jungen das Innere des Rettungswagens, während die Mädchen mit Korinna Köster den Inhalt des Rettungskoffers inspizieren.

Jetzt sind die Drittklässler ausgebildete Schulsanitäter und verpflichtet, stets ihre Sani-Tasche zu checken, bevor demnächst der Einsatz ruft, das Material zu pflegen und bei Bedarf aufzufüllen. Was zu ihren Aufgaben zählt, definiert Michael Köster: "Als Schulsanitäter helfen die Schüler selbst aktiv und professionell, wenn jemandem etwas passiert. Das reicht von Verletzungen oder Schürfwunden auf dem Schulhof über Unfälle im Sportunterricht bis hin zu akuten Erkrankungen von Mitschülern oder Lehrkräften, etwa einem Asthma-Anfall oder einer Kreislaufschwäche. Die Kinder treffen Entscheidungen - Pflaster oder Verband, Ruheraum oder Rettungswagen?" Schulleiterin Grüneklee ist froh, dass jetzt erstmals Dritt- statt Viertklässler die Ausbildung absolviert haben: "Die Kinder waren sonst im darauffolgenden Schuljahr weg auf eine weiterführende Schule. Jetzt können die zwölf Drittklässler ab Spätsommer auch tatsächlich bei uns in Knittkuhl tätig werden."

Quelle: RP
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