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Knittkuhl
Tour de Knittkuhl

Knittkuhl. 160 Erst- und Zweitklässler der Grundschule im Dorf wissen seit dieser Woche alles über die Tour de France. An drei Tagen wurden neun verschiedene Projekte organisiert - mit Sport, Kunst, Musik, Geschichte und sogar Mathematik. Von Marc Ingel

Felix kennt sich aus, wahrscheinlich sogar sehr viel besser als viele Düsseldorfer knapp 100 Tage vor dem Start der Tour de France in der Landeshauptstadt. "Der beste Fahrer heißt Christopher Froome. Er ist Titelverteidiger, wurde in Kenia geboren, fährt aber für England", doziert der Achtjährige. Er muss in seiner Gruppe gerade Fahrräder auf blauem Papier malen, später wird noch der Leitspruch "Bonjour le tour", hinzugefügt. Das findet er so "mittelgut". Lieber würde er jetzt auf seinem Rad sitzen. "Das hat sieben Gänge, damit fahre ich immer zur Schule und zurück", sagt Felix. Das von Tyler hat zwar nur drei Gänge, "dafür darf ich damit in ganz Knittkuhl rumdüsen, ohne meine Mutter!", übertreibt der ebenfalls Achtjährige stolz.

Die beiden Jungen nehmen wie alle Erst- und Zweitklässler an der Projektwoche der Gemeinschaftsgrundschule Knittkuhl teil. Neun verschiedene Gruppen beschäftigen sich mit Aufgabenstellungen rund um den Tourstart Ende Juni/Anfang Juli in Düsseldorf. Es wird gemalt, musiziert (mit Fahrradklingel und Luftpumpe) und natürlich geradelt. Die Themen gesunde (Sportler-)Ernährung werden an den drei Tagen ebenso wenig ausgespart wie französische Landeskunde und die französische Sprache, auch die Geschichte der Frankreichrundfahrt wird behandelt.

In der Turnhalle müssen die Kinder vier Etappen absolvieren - durch einen Turnmatten-Tunnel, über eine Bank-Brücke, hoch und runter an der Kletter-Wand und in einem Turn-Kasten auf Rädern durch einen Slalom-Parcours. Dafür gibt's Punkte, die werden später addiert, damit auch das Rechnen nicht zu kurz kommt. Der beste Kletterer erhält dann das weiße Trikot mit roten Punkten, der Punktbeste das grüne und der Allerbeste das gelbe Trikot. Ganz so wie bei den Profis.

Ein bisschen schade sei es schon, dass die Strecke der zweiten Etappe nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen direkt an Knittkuhl vorbeiführt, sagt Schulleiterin Antje Grüneklee. "Da wären wir bestimmt alle hingegangen und hätten ein großes Spektakel veranstaltet." Jetzt müsse man von der Schule aus schon ein bisschen weiter fahren. "Aber so langsam steigt auch bei uns die Euphorie. Es wird sich schon eine Gruppe zusammenfinden, die den Fahrern zujubelt."

Für die Projektwoche an der Schule wurde sogar ein eigenes Logo kreiert: "100 Tage bis zur Tour - Projektwoche GGS Knittkuhl" ist darauf zu lesen. "Das kommt schon gut an bei den Kindern, die gar nicht so richtig realisieren, dass sie auch noch eine Menge dabei lernen", sagt Grüneklee.

Lernen, wie man Rad fährt, muss Laura nicht mehr. Sie sitze schon seit sie denken kann im Sattel. Dennoch habe die Siebenjährige Respekt vor dem auf dem Schulhof aufgebauten Parcours. "Die Wippe sieht nicht ungefährlich aus", sagt Laura, die vor allem den Ausflug in die Vergangenheit des Rades ("Vom ersten Fahrrad bis zur Tour de France") toll fand. Mit dem Grand Départ könne sie zwar noch nicht so viel anfangen, "aber wenn es für Düsseldorf gut ist, kann die Idee ja so schlecht nicht sein", sagt die Erstklässlerin selbstbewusst.

Auch bei den dritten und vierten Klassen - noch mal rund 160 Kinder - spielt das Rad in dieser Woche eine große Rolle. "Das hat aber schon mehr etwas von einem richtigen Training. Auch Theorie wird durchgenommen, denn in der vierten Klasse sollen bei uns in Knittkuhl alle den Radführerschein machen", sagt Grüneklee.

Quelle: RP
 
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